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Blossoms: So geht Brit-Pop 2018

Eine Review von Frank Göbel.

Als ich vor einigen Wochen Noel Gallagher live in Düsseldorf genießen durfte, gab es selbstverständlich auch einen Support. Eine Band also, die keiner kennt, deren T-Shirts am Merchstand ganz unten hängen und die auf der Bühne selten mehr als fünf Songs spielen darf. Blossoms hieß die Band bei Gallaghers Konzert, und ich finde: Nach diesem Auftritt sollte man die Jungs unbedingt ein bis zehn Songs pro Show mehr spielen lassen und ihre bedruckten Textilien höher hängen.

Die fünfköpfige Band aus Stockport im Raum Manchester startete 2013 als Schülerband. Tom Odgen (Gesang) und Joe Donovan (Drums) gründeten Blossoms und holten noch Charlie Salt (Bass), Josh Dewhurst (Gitarre) und Myles Kellock (Keyboard) dazu. Beeinflusst wurden sie von Bands wie Oasis (so schließt sich der Kreis) und den Arctic Monkeys. Aber auch die Pop-Musik aus den 80ern ist den langhaarigen Jungs nicht fremd, wie sich unschwer raushören lässt.

Am Morgen nach dem Gallagher-Konzert hörte ich mich in Blossoms‘ aktuelles Werk „Blossoms“ (verwirrend, ich weiß) rein. Tonangebend sind hier die Synthesizer, wobei live Dewhursts Gitarre mindestens gleichberechtigt ihr Bestes gibt. Das Album 1A Pop-Musik. Der Opener „Charlemagne“ hat das Potential zu einem Sommer-Hit, während „At Most A Kiss“ in die Synthi-Rockschiene abdriftet, stampfender Basslauf und melodiöser Refrain inklusive.

Doch die nächste Pop-Offensive lässt nicht lange auf sich warten: „Getaway“ und das darauf folgende „Honey Sweet“ sind unterhaltsam und mitreißend, zwei Songs, die man gerne nach Feierabend auf dem Weg nach Hause hört. Die klassische Akkustikklampfe gibt es in „My Favorite Room“. Insgesamt sehr britisch alles.

Neben Noel Gallaghers Fans werden ganz sicher auch Freunde von Kasabian oder Catfish And The Bottleman Spaß an Blossoms haben.

Ist das jetzt der neue Pop-Rock 2018? Wenn ja, mag ich ihn.

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