SIND

SIND – „Irgendwas mit Liebe“: Keine Zeit zum Trauern

Eine Review von Frank Göbel.

Du willst neuen, heißen Shit? Eine Band, deren Albumpremiere das Zeug zur Lieblingsplatte für die nächsten Jahre hat? Kein Problem. Ich empfehle dir SIND. Mathias (Bass), Arne (Gesang), Max (Gitarre), Hannes (Gitarre) und Ludwig (Drums) sind SIND aus Berlin und sollten ernst genommen werden. Zumindest musikalisch. Ihr Debüt-Album „Irgendwas mit Liebe“ bietet lässigen Gitarren-Pop und atmosphärischen Indie-Rock mit klugen Texten.

Die Band selbst beschreibt ihre Musik als „latent kredibel“. Mutig. Der Redaktion kam sogar zu Ohren, dass dies ein Spruch für ein Band-Shirt werden könnte. Wenn dem so ist, muss ich mir definitiv eines sichern.

Die aufgeweckten Berliner gefallen vom ersten Song an. Der Kern des Albums ist „Alpina Weiss“. Ein Song über die Danach-Zeit einer Beziehung. Alles auf Null und Neustart. Hier lege ich euch das offizielle Video ans Herz. Die Message: Anstatt uns Zeit zum Trauern zu nehmen, flüchten wir uns in die digitale Welt, Whatsapp, Instgram und Tinder inklusive. Das alles aus der Perspektive des Smartphones gedreht. 

Besonders beeindruckend: SINDs Wortwitz und Direktheit („Dein neues Tattoo / Sag mir bitte, dass da nicht Carpe Diem steht“). Dennoch lässt sich eine gewissen Grundtraurigkeit nicht verleugnen. Oder ist es die Realität, die hier besungen und besäuselt wird? Hektik will bei diesen Songs jedenfalls nicht aufkommen. Man fühlt sich wohl in Gegenwart von Songs wie „Betty Ford“, möchte die Schuhe ausziehen und die Füße hochlegen.

Dass SIND nach wie vor auf dem Boden der Tatsachen stehen, gab Gitarrist Hannes in einem Interview zu Protokoll: „Klar wär das schön, mit unserer Band mal Geld zu verdienen. Aber das war ja nicht die Intention, die hinter der Gründung der Band stand. Und das hat sich nicht geändert. Wir machen das für ‘ne schöne Zeit, für tolle Erfahrungen. Am Ende ist das ja auch das Einzige, was bleibt. Wenn das mit der Kohle dann auch noch kommt, umso besser.“

Das mit dem Geld wird bestimmt bald kommen. Und bis dahin heißt es touren, touren und nochmals touren.

SIND live:

28. April: Hamburg, Molotow SkyBar (Album Release)
5. Mai: Berlin, Maze (Support: Boytoy)
12. Mai: Alfeld, Rockt Café (Support: Neufundland)
16. Juni: Mannheim, Maifeld Derby
30. Juni: Chemnitz, Kosmonaut Festival
4. August: Borkheide, Baum & Borke Festival

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