Ozark

„Ozark“: 5 Millionen Dollar – oder du stirbst

Eine Review von Frank Göbel.

Finanzberater zu sein ist ein Traumjob. Zumindest für Martin Byrd (Jason Bateman). Er lebt seinen Traum, ist verheiratet, hat zwei gesunde Kinder und ein Eigenheim vor den Toren Chicagos. Doch die Idylle hat Risse. Martins Frau Wendy (Laura Linney) betrügt ihn mit einem anderen Mann. Beweis ist ein Video eines Privatdetektivs, den Martin engagiert hat und das er sich zwanghaft immer wieder anschaut. Er behält sein Wissen für sich, vorerst. Zu allen privaten Problemen kommt hinzu, dass seine Firma, die er mit seinem Kumpel Bruce (Joshua Randale) gegründet hat, plötzlich in Schwierigkeiten gerät. Gelinde gesagt.

So beginnt die Netflix-Serie „Ozark“, deren erste Staffel im Sommer letzten Jahres ihre Premiere feierte. Und die perfekt ist für alle, die dringend neuen Serien-Input brauchen.

Über Jahre haben Martin und Bruce für den zweitgrößten mexikanischen Drogenbaron Casino del Roi (Email Morales) Geld gewaschen. Dem fehlen mit einem Mal 5 Millionen US-Dollar, die der Boss zurück haben möchte. Martin verspricht, in fünf Jahren 500 Millionen Dollar zu waschen. Dafür bekommt er eine Galgenfrist – und darf weiterleben. Immerhin. Dazu kommt sein Geschäftspartner und Freund Bruce leider nicht mehr.

Familienvater Martin unterbreitet dem Drogenboss das Angebot, die Millionen in einer Kleinstadt zu waschen – auf dem Land, so ist Martin sich sicher, kommt er schneller ans Ziel als in Chicago.  

Sein Ziel ist Ozark im ländlichen Illinois. Der Hotspot für Sommertouristen soll Martin helfen, sein eigenes und vor allem die Leben seiner Familie zu verschonen. Angekommen, muss Familie Byrd erkennen, dass der Kulturschock für alle gewaltig ist. Gerade den Teenagern Charlotte (Sofia Hublitz) und Jonah (Skyler Gaertner) fällt es schwer, sich in Ozark zurechtzufinden. Zumal beide den Grund für die Hals-über-Kopf-Abreise aus Chicago lange Zeit nicht kennen.

Martin muss einsehen, dass es auf dem Land genau so viel Kriminalität gibt wie in der Stadt. Und es gar nicht so einfach ist, an diesem vermeintlich verschlafenen Ort Geld durchzuschleusen. Seine Ehe, die schon seit langem auf dünnem Eis steht, sieht sich vor der endgültigen Zerreißprobe. Und als wäre das nicht genug, steht auf einmal das FBI auf der Matte und hat Fragen. Zum Beispiel, warum Martin samt Familie von einem Tag auf den anderen nach Ozark gezogen ist und sämtliche Konten geräumt und die Firma aufgelöst hat. 

Ozark
Martin Byrd (Mitte) und seine Frau müssen sich unangenehmen Fragen stellen

Jason Bateman, den man aus Komödien wie „Kill The Boss“ kennt, hat hier eine starke Dramaserie auf die Beine gestellt. Sarkastische Szenen inklusive, in denen man gleich loslachen möchte, wäre der Hintergrund nicht so düster.

In zehn Folgen wird der Zuschauer an den Fernseher oder Rechner gefesselt. Und jede Folge ist es wert, dran zu bleiben. Übrigens hat Netflix die Produktion einer zweiten Staffel zugesagt …

Was ist die Quintessenz aus „Ozark“? Am Ende geht es immer uns Geld. Oder darum, seine Familie zu beschützen. Manchmal auch beides gleichzeitig.

Schaut euch „Ozark“ auf Netflix an.

Fotos: Netflix

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