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„Rache – Ein Kriminal-Musical“: Drei Stimmen für ein Hörspiel-Halleluja

Eine Review von Frank Göbel.

Was weißt du über Hörspiele? Das sollten wir zuallererst klären, bevor es weitergeht, denn nein, ein Hörspiel ist kein Podcast. Ziehen wir doch mal den Brockhaus des WWW aus dem digitalen Bücherregal. Wikipedia sagt:

„Hörspiele sind akustische dramatisierte Inszenierungen von Geschichten mit verteilten Sprecherrollen, Geräuschen und Musik. Das Hörspiel unterscheidet sich von einer reinen Lesung (Hörbuch) und auch vom Film, weil ihm keine visuellen Elemente eigen sind. Hörspiele wurden ursprünglich für den Hörfunk entwickelt und dort ausgestrahlt. Sie sind damit die erste originäre Kunstform, die das Radio in den 1920er Jahren hervorgebracht hat. Seitdem hat sich das Hörspiel zu einem eigenständigen literarischen Genre entwickelt.“

In meinem Briefkasten fand ich vor Kurzem eine Hörspiel-CD aus dem Dresdner Verlag Voland & Quist mit dem Titel: „Rache – Ein Kriminal-Musical“.

Die Story: Thorsten McCollough ist Schriftsteller und möchte einen Urlaub im ländlichen Mecklenburg-Vorpommern machen. Seine Freundin ist schon mal vorgefahren und erwartet Thorsten auf dem Zeltplatz. Das war zumindest der Plan. Doch als McCollough dort ankommt, ist seine Liebste verschwunden. Schnell gerät er an Hugo Stark aus Los Angeles, „Deutschlands ersten Privatkommissar“. Was für ein Typ! Hugo Stark erklärt sich bereit, gegen 2000 Tageshonorar plus Spesen plus Deutschlandzuschlag plus Ostzuschlag in der Sache zu ermitteln. McCollugh ist jedes Mittel recht, um seine Freundin wiederzusehen. Zwar behagt ihm Starks kantige Art nicht, aber was soll er machen? Eine Wendung jagt in „Rache – Ein Kriminal-Musical“ die nächste – und langsam kommt die Wahrheit als Tageslicht …

Rache
Henning Sedlmeir (l.), Mareike Hube und Ahne sprachen das Hörspiel ein

Die Besetzung dieses Hörspiels könnte besser nicht sein. Sprecherin zwischen den Szenen ist Mareike Hube, in deren Stimme man sich schon beim Intro verliebt. Thorsten McCollough wird vom Berliner Anarcho-Literaten Ahne gesprochen. Man hört sich schnell ein in die Rolle. Der „Tintenkleckser“ wird hier in eine völlig neue Situation geworfen, die ihm zu schaffen macht.

Und Hugo Stark? Ist niemand geringerer als Henning Sedlmeir. Der letzte Rock‘n‘Roller Deutschlands verleiht dem Kommissar mit seiner markanten Stimme die nötige Härte.

Und das war es. Die zehn Charaktere in „Rache – Ein Kriminal-Musical“ teilen sich Ahne und Sedlmeir, und auch den Soundtrack liefert Sedlmeir gekonnt.

Das Resultat dieser Mischung ist Gauner-Klamauk mit Niveau. Allein die Abhandlung über den Begriff „Dispersonalisation“ oder die verschiedenen Arten von Schnauzbärten sind irre. Also irre gut.

Das Hörspiel ist also im Kasten. Die Top-Ten-Platzierung kann nur eine Frage der Zeit sein. Aber es heißt nicht umsonst „Musical“. Das Ganze geht auf die Bühne. Und ich bin gespannt, wie man die Geschichte um den Schriftsteller und den Privatkommissar umsetzen wird. Erst einmal werden Berlin und Umgebung in den Genuss kommen, aber auch eine Tour ist geplant!

Hier könnt ihr die CD bestellen.

Und hier findet ihr alle aktuellen Live-Termine mit Ahne.

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