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Franz Ferdinand – „Always Ascending“: Der neue Anzug passt

Eine Review von Frank Göbel.

Seitdem Franz Ferdinand 2004 ihr gleichnamiges Debüt releasten, schlagen die Herzen von Indie-Liebhabern weltweit für die schottischen New-Wave-Rocker. Doch nachdem Gitarrist Nick McCarthy 2016 die Band verließ, stand die Zukunft der Band auf Messers Schneide. Aber man konnte Gitarrist Dino Bardot sowie Keyboarder und Allroundtalent Julian Corrie gewinnen – und weiter geht’s. Nun ist man also zu fünft und bringt das Album „Always Ascending“ raus. Sänger Alex Kapranos (aktuell mit blonder Haarpracht) zeigt sich mit seiner Band auf der neuen Platte vielseitig – Franz Ferdinand haben Bock. Und mit neuer Besetzung lässt es sich auch besser, frischer komponieren, scheint mir.

Der gleichnamige Opener des Albums ist jetzt schon legendär. Ruhiges Klaviergeklimper als Vorspiel, bevor es mit einem grandiosen Up-Beat losgeht. Geniales Teil! Die Synthesizer von Corrie passen zum Spirit der einstigen Schrammelband aus Schottland.

„Lazy Boy“ hat mich sofort im Griff. Klavier und markante Gitarrenriffs spielen hier eine tragende Rolle, gefällt mir.

Ruhigere Töne gibt es bei „The Academy Award“. Unweigerlich muss ich an Travis denken. Genau, die mit dem Regensong.

Stadionhymnen-Gefühl kommt beim Chorus von „Huck And Jim“ auf. Voll auf die zwölf! ich sage voraus: Die Fans werden live dazu abgehen wie Schmitz’ Katze.

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Dass man bei Franz Ferdinand auch immer das Tanzbein schwingen konnte, lag an ihrer Disko-Affinität. „Glimpse Of Love“ und „Feel The Love Go“ sind solche Beispiele, und dürfen auf keiner Indie-Party fehlen.

Der Rausschmeißer „Slow Don’t Kill Me Slow“ lässt mich unweigerlich an „Invisible Sun“ von The Police erinnern. Nachdenkliches Ende eines guten Comebacks! Der neue Anzug von Franz Ferdinand passt und funktioniert.

Ihr schon erwähntes Schrammel-Image von früher können die Männer um Alex Kapranos auch auf „Always Ascending“ nicht ablegen. Dafür sind sie zu rhythmusverliebt, neuer Gitarrist und neuer Keyboarder hin oder her. Aber warum muss man sich komplett neu erfinden? Warum nicht an dem festhalten, was einen immer schon ausgemacht und von anderen abgehoben hat? Mich stört das Schrammelige jedenfalls nicht, im Gegenteil. 

Wer Bock hat, kann Franz Ferdinand hier live erleben:
1. März: Hamburg, Mehr! Theater
5. März: Köln, Palladium
7. März: Berlin, Tempodrom
12. März: München, TonHalle

Großes Foto oben: RedLight Management

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