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Dashboard Confessional – „Crooked Shadows“: Zack, Bock auf Skateboard

Eine Review von Frank Göbel.

Es gibt Bands, die bleiben uns in Erinnerung. Stecken im Kopf fest wie der Mond am Himmel. Zum Beispiel, weil sie zu einer Zeit in unser Leben gekommen sind, die uns besonders viel bedeutet hat. Dashboard Confessional gehören dazu. Ein halbe Ewigkeit habe ich nichts mehr von der Band um Chris Carrabba gehört. Doch die einstige Emo-Alternative-Hoffnung aus Florida will es nochmal wissen, und nun releasen Dashboard Confessional nach acht Jahren einen neuen Longplayer. 

„Crooked Shadows“ hat gerade mal neun Songs. Was kann man da erwarten?

Foto: WMG/Fueld By Ramen
Foto: WMG/Fueld By Ramen

„We Fight“, die erste Single, ist ein großartiger Opener. Die simplen, eingängigen Gitarren und Carrabbas phasenweise rauchige Stimme fesseln mich sofort. Die Bridge zum Refrain funktioniert besonders gut und zieht einen mit.

„Heart Beat Here“ ist ein Carrabba-Song wie er besser nicht sein könnte. Akkustikgitarre, die typischen Dashboard-Confessional-Vocals und eine Atmosphäre wie beim Lagerfeuer am Grand Canyon bei Sonnenuntergang. Ja, das passt. Und auch, wenn wir Kerle immer den harten Typ raushängen lassen – ich wäre gerne bei diesem Lagerfeuer dabei. Mit einem Miller in der Hand meinen Teenage-Helden lauschen.

„Open My Eyes“ schlägt in dieselbe Kerbe. Aber es sind tatsächlich noch immer diese intimen, ruhigen Songs, in denen Carrabbas Stimme richtig zur Geltung kommt. Dashboard Confessional haben sich laut eigener Angaben ohnehin nicht nur als Emo Alternative Rocker gesehen. Und auch Pop war niemals ein Tabuthema,was an „Belong“ gut zu hören ist. Ein Plastik-Loop aus der Dose gibt den Beat vor, und ja, klingt gut und passt. 

„Be Alright” lässt dann endlich wieder die verzerrte Gitarre aufleben – zack, direkt Bock, das Skateboard rauszuholen und mit seinen End-90er Buddys abzuhängen. Skate Punk at its best.

„Just What To Say“ ist der (viel zu frühe) Abschluss des Albums. Eine ruhige Nummer als Rausschmeißer. Mit Klimpergitarre singen Dashboard über Herzschmerz und diese Momente, in denen man nicht weiß, was man sagen soll.

Das Comeback tut gut. Erinnert an früher. Aber nichts ist älter als gestern. Schön, das die acht Jahre Wartezeit vorbei sind und wir heute haben. Mit diesem Album.

Großes Foto oben: David Bean

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