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Weezer – „Pacific Daydream“: Alle Mann an den Strand

Eine Review von Frank Göbel.

Weezer. Weezer? Ja, die Alternative-Rocker, die man wohl auf Lebzeiten mit „Buddy Holly“ und „Island In The Sun“ in Verbindung bringen wird, haben ein neues Album draußen. Gut, so neu ist es jetzt auch nicht, bereits im Oktober erblickte das gute Stück das Licht der Welt.

Darum wird es höchste Zeit, darüber zu reden. „Pacific Daydream“ heißt das Album, das in so mancher Review als „aalglatter Pop“, als nicht edgy genug bezeichnet wurde. Zugegeben, die Zeiten, als Weezer noch mit karierten Hemden, Frechdachs-Attitude und ihrer Musik gegen das System rebellierten, sind vorbei. Man ist keine 20 mehr und wettert nicht mehr mit Garagen-Grunge in die Welt hinaus. Aber, so finde ich: Das braucht es auch nicht.

Sänger und Gitarrist Rivers Cuomo, Gitarrist und Keyboarder Brian Bell, Bassist Scott Shriner und Schlagzeuger Patrick Wilson haben mit „Pacific Daydream“ ein Album aufgenommen, das mit seinen zehn Songs warme Gedanken in unseren trüben und kalten Winter schicken sollen.

Der Opener „Mexican Fender“ lässt mit Powerchords aufhorchen. Der Refrain ist zum Schnalzen. Schöne Melodie!

„Feels Like summer“ zeigt, dass man es bei Weezer inzwischen ruhiger angehen lässt als früher. Überhaupt lassen sich viele Songs sehr chillig an. „Happy Hour“ entführt mit seinem klaren und positiven Beat. Keine 20 Sekunden reingehört, und schon will man den Sonnenschein am Strand von Kalifornien einfangen.

„QB Blitz“ ist eine Pop-Ballade mit Akkustik-Gitarre zum Mitschunkeln. Am besten mit Lagerfeuer. Am Strand. Klar.

DER Song des Albums ist für mich „Sweet Mary“. Die E-Gitarre im Refrain unterstreicht die mitreißende Melodie. Und genau diese Melodien sind es, die „Pacific Daydream“ so besonders und einprägsam machen. Alles ist weit davon entfernt, wehzutun. Und das ist gut so.

Ein wenig übertrieben hat man es in „La Mancha Screwjob“. Pop Overdose. Da ist die Band ein wenig übers Ziel hinausgeschossen.

Weezer sind nicht mehr die College-Boys, die versuchen, mit einem Song die Highschool Footballmannschaft anzufeuern oder die große Liebe zum Prom Ball zu überreden. 

„Pacific Daydream“ ist DER Soundtrack, um einen Tag in Los Angeles zu verbringen – wenn auch nur gedanklich. Den berüchtigten South District hat man gewollt ausgelassen. Ansonsten gibt es Sonne, Sommer und Strand-Feeling. Am Ende wünscht man sich an den Beach von Santa Monica mit einem eisgekühlten Bier in der Hand, am Lagerfeuer sitzend und der Akustikgitarre lauschend. Und mit am Feuer sitzen Weezer, mit denen man „Mexican Fender“ unplugged spielt.

Hier könnt ihr das Album bestellen.

Fotos (2): Jeremy Cowart

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