Feste Liebe 1_by_Lara Fanika

Feste Liebe – eine Short Story ohne Happy End von Daniel Schreiber

Eine Short Story von Daniel Schreiber.

Ein leichter Stromschlag, und Edgar zuckte zusammen. Aber er wollte es ja so. Als er seine Augen wieder öffnete, klebte sein Blick an ihrem Latex-Einteiler. Genauso hatte er sie sich vorgestellt. Sie grinste ihn mit sadistischer Neugier an. So wie sie auf ihn zukam, spürte Edgar, wie sein Puls begann, schneller zu schlagen. In ihrer Hand noch immer der blitzespuckende Taser, den sie langsam auf seinen Schenkel zusteuerte, wie ein kleines Tier, das sie füttern wollte. Als sie das Gerät an seine Haut presste, war es jedich Edgar, der gefüttert wurde. Er biss die Zähne zusammen, seine Augen verengten sich zu Schlitzen. Als sie aufhörte, atmete er hastig mit offenen Mund, riss die Augen wieder auf und starrte sie gierig an. Sein ganzer Körper pulsierte und schrie danach, die Fesseln zu zerbrechen, aber sie würden halten. 

Edgar verschlang mit Genuss jede einzelne Sekunde dieser süßen Qual und streckte sich ihr entgegen. Langsam beugte sie sich herunter, blickte ihm tief in die Augen und streckte langsam ihre Zunge raus. Edgar tat es ihr gleich, aber konnte sie nicht erreichen. Es wirkte, als würden ihre Zungen tanzen. Ihre Hand führte den Taser an seinen Hals, und die spannungsgeladenen Zähne pressten sich wieder in seine Haut. Er genoss den Stromschlag wie eine Erfrischung. Sie schmiss den Taser weg, ging mit strammem Schritt zu einem Tisch und kam mit einer Gerte zurück. Als sie wieder vor ihm stand, klemmt sie ihr neues Werkzeug zwischen ihren Beinen. Edgar grinste, es war nur ein Bruchteil von dem Grinsen, das er innerlich spürte, er schloss die Augen und nickte nur leicht. 

Feste Liebe 2_by_Lara Fanika

Im nächsten Moment fuhr ihm ein reißender Schmerz über die Wange, und sein Kopf wurde nach rechts geschleudert, es brannte. Er öffnete seine Augen und sah sie trotzig an. Sie erwiderte seinen Blick unbeeindruckt, dann schmiss sie auch die Gerte weg und marschierte auf ihn zu, setzte sich auf seinen Schoß und legte ihre Hände auf seine Schultern. Edgar versuchte, sich ihr entgegen zu strecken, doch sie wich ihm aus, ihre Hände glitten langsam nach oben bis zu seinem Hals und zogen sich immer mehr zusammen. Gerade so konnte er noch atmen. 

Ihre Blicke wurden immer tiefer. Edgar spürte ihren Atem und versuchte ihn einzufangen, doch der Druck um seinen Hals machte es unmöglich. Er versuchte es mit aller Kraft, doch die schwand mit jeder Sekunde. Es war ein Kampf, den er gegen sich selbst führte – und er konnte nur gewinnen. Langsam wurde ihm schwarz vor Augen, und er hatte Mühe sie offen zu halten. Ihre Hände um seinen Hals gaben nicht nach, so lange, bis er kurz davor war, das Bewusstsein zu verlieren.

„Continue?“, leuchtete es vor seinen Augen auf. 

„Schatz, kommst du?“, hörte er die Stimme seiner Frau aus dem Schlafzimmer.

„Ja“, flüsterte er mit bebender Stimme. Er nahm die VR-Brille von seinem Kopf und legte sie auf den Schreibtisch. Für ein paar Sekunden saß er da und starrte das Gerät verliebt an, dann fasste er sich und folgte dem Ruf.

Fotos: Ika Fan // Ika Fan bei Facebook

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