Fanny Fokuf 18

Fanny Fokuf: Live your life to the fullest

Ein Interview von Mimi Erhardt.

Fanny Fokuf. Puh. SIE IST SO SCHÖN! So schön, dass ich euch diese wunderbare Mädchen unbedingt vorstellen muss. Denn Fanny hat nicht nur großartige Tätowierungen, ist nicht nur traumhaft anzusehen, sondern dazu auch noch ein echter Süßkeks. Und klug. Lest, was Fanny über Gurken-Tätowierungen, Hasskommentare und zu viel Persönliches auf Instagram zu sagen hat. Und übers Glücklichsein.

KinKats: 22k Follower bei Instagram – was ist dein Geheimnis? 🙂

Fanny Fokuf: Hahaha, gute Frage. Ich habe keins. Wenn ich ehrlich bin, habe ich auch manchmal das Gefühl, ich verstehe Instagram gar nicht richtig. Ich bin niemand, der sich die Statistiken anschaut, Posts vorbereitet oder bestimmte Uhrzeiten einhält. Am Anfang habe ich nicht verstanden, warum meine Bilder so wenige Likes bekamen, obwohl ich Hashtags benutze. Bis mir eine Freundin erklärte, dass die nur gesehen werden, wenn das Profil öffentlich ist, und ich sollte das einfach mal ausprobieren. Und zack … ist das irgendwie alles von selbst ins Rollen gekommen. Das war vor rund eineinhalb Jahren. Aber ich hänge da auch nicht so sehr dran, es ist eher so ein Fun-Ding. Ich hätte niemals gedacht, dass ich mehr als 10.000 Follower bekommen werde.

KinKats: Ist es dir wichtig, dass dein Feed einheitlich ist? Oder postest du einfach, worauf du Bock hast?

Fanny Fokuf: Ich poste einfach nur, worauf ich Bock habe und wie ich mich gerade fühle. Ich bewundere andere, die ihre Accounts so organisiert halten und einen Stil straight durchziehen, aber dafür bin ich, dafür ist mein Leben einfach zu chaotisch. Ich sehe Instagram auch einfach nicht so ernst wie manch andere. Das Einzige, worauf ich achte, ist, dass ich nicht zuuu viel Persönliches poste. Ich poste zum Beispiel keine Bilder, auf denen man das Gesicht meines Neffen sieht, Bilder meiner Familie, wo ich wohne und solche Dinge. Am liebsten poste ich einfach nur simple Selfies, hahaha.

Fanny Fokuf 1
Foto: jrm.bln

KinKats: Wie wichtig sind dir soziale Medien? 

Fanny Fokuf: Sie sind mir leider schon recht wichtig, und ich bin auch ein wenig abhängig. Aber es gab Zeiten, in denen ich mich auch schon intensiver und einige Stunden mehr am Tag mit ihnen beschäftigt habe. Ich habe inzwischen zum Beispiel alle App-Notifications auf meinem Iphone ausgestellt. Es gibt für mich nichts Nervigeres als ein Handy, das ununterbrochen vibriert oder klingelt. Ich glaube, ich würde durchdrehen, wenn ich jede Benachrichtigung von Insta, Facebook, Snapchat, WhatsApp und so weiter auf meinem Bildschirm sehen müsste. Es hat aber auch seine Nachteile, das so zu handhaben. Viele fühlen sich verletzt, wenn man nicht direkt antwortet oder auf einen Kommentar eingeht, aber wer mich kennt, weiß, dass man mich immer anrufen kann <3 Ich benutze Facebook auch eigentlich nur, um mit meinen Freunden zu kommunizieren, mir irgendwelche Artikel durchzulesen oder ganz selten mal ein Bild zu posten. Snapchat benutze ich inzwischen gar nicht mehr, letztes Jahr sah das ganz anders aus. Aber Instagram ist natürlich mein All Time Favourite.

KinKats: Ich liebe deine Tätowierungen. Magst du uns was dazu erzählen? 

Fanny Fokuf: Danke, ich liebe sie auch so sehr, hahah. Sie sind inzwischen einfach ein sehr  sehr großer Teil von mir. Ich glaube, ich würde nur noch weinen und mich nicht mehr wie ich selbst fühlen, wenn ich eines Morgens mal ohne sie aufwachen würde. Ich lasse mich meistens von meinem talentierten Ehemann Jared (@J_redpunk auf Instagram) tätowieren, ich liebe seine Arbeiten! Er hat gefühlt 90 Prozent meiner Tattoos gestochen. Außerdem gibt es niemanden, dem ich so sehr vertraue wie ihm. Aber ich lasse natürlich auch andere Künstler an meine Haut. Dadurch, dass ich ein paar Jahre lang das No Pain No Brain Studio geführt habe, habe ich natürlich auch das ein oder andere Stück von den Kollegen. Aber ich hab auch so einige, die ich mir selbst gestochen habe.

Fanny Fokuf 7
Foto: Privat

KinKats: Gibt es Motive, die du besonders liebst?

Fanny Fokuf: Es ist schwer zu sagen, welches mein Lieblingspiece ist, ich liebe sie alle. Aber ganze besonders am Herzen liegen mir mein Mama-Tattoo, das Portrait von meinem Hund (gestochen von Joline Miez) und natürlich mein Ehering-Tattoo, das Jared und ich damals aus unseren Anfangsbuchstaben designt und es uns gegenseitig gestochen haben. Von der Optik her bin ich einfach in love mit meinem Backpiece, der Hand und dem Bauch, alles gestochen von Jared. Von der Bedeutung her sind mir meine Handinnenflächen auch sehr wichtig, es sind die Symbole für „Wealth“, also Reichtum, and „Health“, Gesundheit, die mir meine sehr gute Freundin Grace Neutral gestochen hat. Sie sollen mich auf meinem Lebensweg begleiten, mir Glück bringen und mich beschützen. 

KinKats: Was sind deine Tattoo-Pläne?

Fanny Fokuf: Als nächstes Projekt würde ich gerne weiter an meinem rechten Arm arbeiten, es sollen weitere Oldschool-Motive folgen, natürlich in Schwarz, das ist einfach meine absolute Lieblingsfarbe. Abgesehen von den Rosen habe ich keine farbigen Tattoos. Hier und da sind auch noch einige meiner Tattoos „Baustellen“, die müssen auch mal fertig gestellt werden. Aber ich habe immer wieder neue Ideen und kann es nicht abwarten, sie zu verwirklichen. Eines Tages würde ich mich ganz gerne mal von Indomito tätowieren lassen. Ich bewundere seine Arbeiten und finde seinen Stil super! Ich bin auch ein riesen Fan von Steve Butcher und Anrijs Straume, aber zur Zeit könnte ich mir nichts im Realismus-Stil auf meinem Körper vorstellen. 

Fanny Fokuf 17
Foto: Rob Walbers

KinKats: Gibt es auch Gurken, die du bereust?

Fanny Fokuf: Ja, ich habe ein, zwei Gurken, aber ich bereue sie nicht. Ich hab ein ganz komisches, schlecht gestochenes Hasen-Monster-Ding auf meinen Rippen, und ich liebe es. Es erinnert mich einfach immer an eine bestimmte, ziemlich wilde Zeit in meiner ersten Wohnung beziehungsweise WG.

KinKats: Wie hältst du es mit anderen Bodymods?

Fanny Fokuf: Ich finde die meisten wunderschön. Ich liebe Elfenohren und auch tätowierte Augen. Aber ich persönlich bin dafür einfach nicht strong genug. Ich wollte mir eigentlich immer die Zunge spalten lassen, doch seitdem ich ein traumatisches Erlebnis beim Piercer hatte, ist das auch vorbei. Ich wollte mir damals Cheeks stechen lassen, doch leider hatte der Piercer direkt eine Arterie und gefühlt einen Nerv getroffen. Nachdem ich da eine Ewigkeit wie am Spieß geblutet habe und monatelang Schmerzen im Gesicht hatte, bin ich mit dem Thema fertig, hahahah.

KinKats: Ich mag an deinem Feed, dass du dich nicht dauerhappy zeigst, sondern auch mal Bilder und Texte postest, in denen du dich verletzlich zeigst oder dass es dir auch einfach mal nicht so gut geht. Wie kommt das bei deinen Followern an? 

Fanny Fokuf: Das ist lieb von dir, und danke, das ist eine gute Frage, damit habe ich mich noch nie auseinander gesetzt. Ich habe bis jetzt nur positives und aufbauendes Feedback bekommen. Ich bin halt ein Mensch, der nicht immer dauerhappy ist, auch wenn ich daran arbeite. Aber manchmal haut das Leben halt auch ziemlich hart rein. Dieses Jahr war bei mir viel los, und das muss ich alles noch verarbeiten. Ich habe meine Ups and Downs, und es fühlt sich einfach falsch an, ein super happy Selfie zu posten und meinen Followern vorzulügen, ich wäre super happy und mein Leben wäre perfekt. Das ist es leider nicht immer. Ich poste einfach so, wie ich mich fühle. Es wäre gelogen, wenn ich sagen würde, dass es nicht auch schön ist, aufbauende und zum Teil so liebe und wirklich von Herzen kommende Nachrichten zu erhalten und zu lesen. Aber das ist nicht meine Absicht beim Posten. Es gibt mir allerdings Hoffnung in die Menschheit, so schöne Worte zu lesen <3 

Fanny Fokuf 6
Foto: Günter Götzer für ELEVENCULT

KinKats: Insgesamt beobachte ich in letzter Zeit, dass viele Insta-Feeds sehr persönlich geworden sind, viel echter als das früher war. Wie bewertest du das? Also findest du es gut oder denkst du dir, dass es manchmal angebracht wäre, wenn die Leute nicht ALLES von sich preisgeben würden?

Fanny Fokuf: Im Ganzen finde ich es sehr gut, dass nicht immer nur das glückliche, perfekte und faboulous life gezeigt wird. Früher hatte ich das Gefühl, dass die Leute sich mit den perfekten Bild gebattlet haben, wer gerade glücklicher ist. Jetzt geht es gefühlt darum, wer gerade den längeren persönlichen Text schreibt. Ich habe das Gefühl, dass gerade eine kleine „Awakening“-Bewegung durch einen Teil der Gesellschaft geht und die Leute versuchen, sich mehr mit sich selbst und dem eigenen, inneren Glücklichsein auseinanderzusetzen und deshalb darüber natürlich auch viel gepostet wird. Im Grunde finde ich das sehr gut! Aber einige Dinge sind einfach unangebracht. Ich persönlich stehe auch nicht so drauf, wie einige Leute von Geburt an ihre Kinder auf Social Media posten, man die Kleinen aufwachsen sieht und die zum Teil noch einen eigenen Account haben. Ich glaube, das Schlimmste, was ich gesehen habe, war, als die Freundin eines Mädchens, dem ich auf Instagram gefolgt bin (seit dem Post nicht mehr) verstorben ist und sie einfach den Hashtag #rip in Verbindung mit dem hashtag #carcrash gepostet hat. Das war zu viel für mich und einfach nur respektlos. Ich finde, auch es müssen nicht unbedingt alle  Themen im kleinsten Detail auf Instagram gepostet werden. Das ist mir persönlich einfach zu viel. 

Fanny Fokuf 13
Foto: Privat

KinKats: Du sagtest, dass du meist positives Feedback bekommst. Wie gehst du mit Hate-Kommentaren um oder bekommst du sowas gar nicht? Und was würdest du anderen raten, die sich vielleicht damit rumschlagen müssen?

Fanny Fokuf: Zum Glück bin ich bis jetzt von einen Shitstorm oder vielen Hate-Kommentaren verschont geblieben. Klar gibt es hier und da mal einen unangebrachten Kommentar, aber das stört mich nicht mehr. Früher hat mich das noch sehr getroffen, und ich hab mich dann zum Teil noch ewig über solche Kommentare aufgeregt und meinen Freundinnen davon erzählt. Aber inzwischen ignoriere ich das einfach, und falls der Beitrag zu unangebracht ist, lösche ich ihn. Ich hab dafür keine zeit und keinen kopf mehr, mich mit sowas zu befassen. Viele Menschen scheinen einfach sehr unglücklich mit ihrem eigenen Leben zu sein, so dass sie einfach keine guten Worte für andere übrig haben. Das finde ich eigentlich schon fast traurig. Wenn man nichts Gutes zu sagen hat, vielleicht einfach mal gar nichts sagen. Spread love not hate! 

Fanny Fokuf 19
Foto: Günter Götzer

KinKats: Was hörst du gerade auf Spotify?

Fanny Fokuf: Eigentlich meist meine „Hussle“-Playlist, hahha. Da ist alles Mögliche bunt gemischt drin, von Travis Scott, Kendrick Lamar, MGK, Lil Peep, A$AP Rocky, Wiz Kahlifa und der gute alte ‚00er Rap wie Eminem, ich liebe ihn, hahah. Ansonsten auch gerne meine „Stoner“-Playlist, auf der unter anderem Pentagram, Electric Wizard, Uncle Acid & The Deadbeats und Black Sabbath drauf sind. Zuletzt gespielt wurde bei mir Lil Peep mit „Save That Shit“.

KinKats: Any last words? 🙂

Fanny Fokuf: Life your life to the fullest. Mach, worauf du wirklich Lust hast und versuch, etwas zu finden, das dich glücklich macht und dein Leben von innen erfüllt. Auch, wenn es sehr schwer ist und ich selbst auch noch auf der Suche bin, man weiß nie, was am nächsten Morgen kommt. Das Leben ist zu kurz, um einfach nur stupide Aufgaben zu befolgen und jeden Tag unglücklich mit gesenktem Kopf zur Zehn-Stunden-Schicht zu laufen. 

Großes Foto oben: Rob Walbers

Fotos in der Galerie:
Bild 1, 2, 3: jrm.bln

Bild 4, 5, 6, 7, 10: Privat
Bild 8, 9, 11: Krousky

One Response
Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *