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The Police – „Outlandos d‘amour“: Von Anfang an mit Herzblut

Eine Review von Frank Göbel.

Nachdem ich euch in der letzten Woche mit Tom Pettys „Into The Great Wide Open“ schon einen echten Klassiker meiner Plattensammlung vorgestellt habe, lege ich euch in dieser Woche ein weiteres Werk ans Herz, das echte Rockfans unbedingt kennen sollten: „Outlandos d‘amour“ von The Police. Bier auf und Plattenspieler angeworfen!

1978 kam „Outlandos d‘amour“ auf den Markt. Das Jahr, in dem sich die Sex Pistols auflösten. Konnten The Police die Antwort für die verlorenen Jugendlichen Großbritanniens sein? Fraglich. Aber ich persönlich glaube, dass das nie das Ziel der Band war, auch, wenn einige Stücke auf dem Album sehr punkig sind, hört man in „Next To You“ und „Truth Hits Everybody“ rein.

Neben der Punk-Attitüde finden sich auf dem Debüt von The Police auch Stil-Anleihen aus New Wave und sogar Reggae („So Lonely“, „Whole In My Life“). Songs mit extrem viel Tiefe und Substanz. Und: Die Gitarrenarbeit von Andy Summers war schon zu Debüt-Zeiten bahnbrechend. Die Songs mit durchschnittlich knapp zweieinhalb Minuten Dauer, sind schnelle, dynamische Stücke mit einprägsamen Soli. Nur selten bricht man die Norm und schiebt extra Takte mit Experimentierabsätzen ein. „Masoko Tanga“ ist so ein Beispiel. Die Drums von Steward Copeland sind vom ersten bis zum letzten Takt genial, auf den Punkt genau und mit vielen Tempiwechseln.

Hat da jemand nach Hits verlangt? Hits gibt es auf „Outlandos d‘amour“ zur Genüge: „Roxanne“, „So Lonely“ oder „Can’t Stand Losing You“ ließen schon früh erkennen, was für ein Ausnahme-Songwriter Sting war (und ist).

Auch die Entstehungsgeschichte zum Debüt von The Police ist mehr als bemerkenswert. Da man sich damals kein Studio leisten konnte, durften die drei Musiker die Surrey Sound Studios nutzen, wenn gerade keine anderen Bands aufnahmen. Die dafür geforderten 1500 Pfund konnte die Band nicht aufbringen, doch war der Bruder von Drummer Copeland, Miles Copeland III, so freundlich, seinem Bruder und dessen Jungs die Summe zu borgen. Inzwischen sollte er das Geld zurückhaben.

Unter diesen Voraussetzungen ist es umso mehr zu respektieren, was The Police in diesen „spontanen“ Aufnahme-Sessions, die sechs Monate dauerten, zu Stande gebracht haben. 

Der Rest ist Geschichte. Die Band hat in der Folge ein starkes Album nach dem anderen herausgebracht. Und auch, wenn die Musik nicht mehr so direkt und punkig produziert wurde, so haben die Songs von The Police nie an Klasse oder Herzblut verloren.

Wer das Glück hatte, die Band zu erleben, wird unterschreiben können, das The Police live genial war. Eigentlich wurde nie ein Song so gespielt, wie er im Studio aufgenommen worden war. 

Sting ballert immer noch ein Hit-Album nach dem anderen raus, Andy Summers brachte später einige Solo-Alben mit Jazzmusik heraus, und Drummer Steward Copeland wirkte in unzähligen Projekten als Schlagzeuger mit, veröffentlichte Bücher versuchte sich als Schauspieler.

So unterschiedlich man damals zusammengefunden hat, so groß und inspirierend war ihr Debüt-Album für andere Musiker und Fans.

Hier könnt ihr das Album bestellen.

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