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Tom Petty & The Heartbreakers: „Into The Great Wide Open“ – Das Gute bleibt

Eine Review von Frank Göbel.

Als am 2. Oktober diesen Jahres die Meldung die Runde machte, dass Tom Petty verstorben sei, musste ich innehalten. Zugegeben, ich hatte weder ihn noch seine Musik in den letzten Jahren wirklich verfolgt, aber diese Nachricht brachte ihn mir wieder ganz nah. Und auch jetzt noch, fast einen Monat nach seinem Tod, denke ich oft an ihn und höre immer mal wieder seine alten Alben, vor allem das 1991 veröffentlichte „Into The Great Wide Open“.

Thomas Earl „Tom“ Petty, 1950 in Gainesville, Florida, geboren, wurde gerade mal 66 Jahre alt. In den USA war Petty ein Held, seine Touren waren regelmäßig nach wenigen Stunden ausverkauft. Ein Football-Stadion in Los Angeles füllte er an drei aufeinander folgenden Abenden, die Hall of Fame nannte Tom Pettys Musik 2002„dauerhaften, hart arbeitenden, einnehmenden und einfachen Rock“. 

Tom Petty_AlbumMein erster Kontakt mit dem Ausnahmemusiker und seiner Band, Tom Petty And The Heartbreakers, kam durch das Radio zustande. Als ich ein Teenager war, lief bei meiner Mama in der Küche immer WDR2. Und Anfang der Neunziger spielte unter anderem eben dieser Sender immer wieder einen Song, der sich in mein Gedächtnis eingraben sollte: „Learning To Fly“.

Ich kann bis heute nicht sagen, was mich an diesem Song so fasziniert und gefesselt hat. Die Stimme, der Sound, die Slideguitar, die ich bis dahin so nicht kannte … Wahrscheinlich war es die Mischung aus allem. Ich kaufte mir das Album zum Song, „Into The Great Wide Open“, bis heute eine meiner Lieblingsplatten.

Der Titeltrack „Into The Great Wide Open“ war zwar klasse, hatte aber für mich nicht die Anziehungskraft wie andere Songs auf diesem Album. Okay, das Video mit dem jungen Johnny Depp konnte was!

„All The Wrong Reasons“ hat ein mitreißendes Intro, das zunächst an irische Folklore erinnert, sich später aber wieder in den gewohnten Heartbreakers-Sound einbettet. Es sind Songs wie dieser, die selbst nach Jahren noch in meinem Kopf herumgeistern.

Die Strophenakkorde im Song „Too Good To Be True“ sind einfach nur göttlich. Für mich als damals aufstrebender (und klassisch gescheiterter) Gitarrist ein toller Workshop, meine Fähigkeiten auszubauen.

Eine richtige Rocknummer ist „Out In The Cold“. Ein Refrain, der mitreißt und am besten nie mehr aufhören sollte. Auch das Gitarren-Solo in diesem Song ist nicht von dieser Welt. Schlicht: Passt alles wie Arsch auf Eimer.

Und so fügt sich das Album „Into The Great Wide Open“ zu einem absolut zeitlosen Werk mit vielen Klassikern, das auch in unserer schnelllebigen Welt hoffentlich nie in Vergessenheit geraten wird.

Großes Foto oben: Sam Jones

Foto: Mary Ellen Matthews
Foto: Mary Ellen Matthews
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