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The Other – „Casket Case“: Neue Wege gehen, um am Leben zu bleiben

Eine Review von Frank Göbel.

The Other haben ein neues Album released, der Titel: „Casket Case“. Ein bisschen ehrfurchtsvoll lausche ich dem aktuellen Werk von Rod Usher und seinen Männern. Immerhin sind die Pioniere des deutschen Horrorpunks dafür verantwortlich, das Genre rockender Untoter in Deutschland losgetreten zu haben. Mit Erfolg. Aber auch in Übersee konnten sie sich eine Fangemeinde aufbauen – die Band begründet das unter anderem mit ihrem „Unterhaltungswert“. Den haben sie in der Tat. Denn nicht nur Amis gucken zweimal hin, wenn geschminkte Untote die Bühne betreten.

Mit „Casket Case“ hat die Band um die Gründungsmitglieder Rod Usher (Vocals und Gründer des Horrorpunklabels „Fiendforce“ – Schlaumeierwissen für die nächste Zombie-Apokalypse!) und Dr. Caligari (Drums) ihr siebtes Album aufgenommen. Angemacht und reingehört!

„A Party At Crystal Lake“ ist ein Opener in bester Horrorpunk-Klassiker-Manier. Man kann die Genre-Verbundenheit der Horrorpunk-Szene festgefahren finden oder aber im positivsten Sinne traditionell, „Casket Case“ aber geht endlich den Schritt weiter. Ich höre Metalcore-Abschnitte mit druckvollen Bass Drums, zum Beispiel in „The Horror Of It All“. „Little Black Riding Hood“ ist eine schnittige Alternative-Nummer mit tollen Tempiwechseln. Von „Onetwothreefour“- und „Heyho“-Punk-Attitüden sind wir hier meilenweit entfernt.

Das Album ist abwechslungsreich und macht Spaß. Der Song jedoch, der am längsten hängen bleibt, ist „She’s A Ghost“. Der Refrain hat ein großartiges Finale. Absoluter Ohrwurm. Rod Ushes Gesang ist gewohnt druckvoll und passt total zum Sound der Band.

Die Vollmond-Friedhof-Ballade darf natürlich auch nicht fehlen. „Till Death Do Us Part“ hat eine fast zerbrechliche Strophenstimme, nur um im nächsten Teil eine Bridge zum gigantischen Refrain aufzubauen. Der Abschluss „What It’s Like To Be A Monster“ ist ein gekonnter Rausschmeißer. Nach dem Motto: „Das war wunderbar hier, wir sehen euch auf Tour. Oder in der Hölle“. Nach 16 Songs ist dann – leider – Schluss.

The_Other_Casket_CaseKlassischer Horrorpunk ist „Casket Case“ nicht. Und das ist gut so. Man muss auch mal neue Wege gehen, um am Leben zu bleiben. Das x-te Misfits-Album braucht heute – mit Verlaub – echt keiner mehr. Diese Platte darf auf der anstehenden Halloween-Party nicht fehlen. Und wer Bock auf Schunkelpogo mit Zombies hat, sollte sich The Other live nicht entgehen lassen!

Hier könnt ihr euch das Album bestellen.

The Other bei Facebook.

The Other Live (Support: Kitty In A Casket + Scarlet And The Spooky Spiders)
26. Oktober: München – Backstage
27. Oktober: Leipzig – Conne Island
28. Oktober: Hamburg – Logo
29. Oktober: Rostock, Mau Club
30. Oktober: Frankfurt – Das Bett
31. Oktober: Köln – Live Music Hall

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