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Emil Bulls – „Kill your demons“: Ja, es ist Liebe

Eine Review von Frank Göbel.

Am Freitag war es so weit: Die Emil Bulls veröffentlichten ihr zehntes Studioalbum. Immer, wenn die Münchener ein neues Album releasen, ist es so, als käme die scharfe Ex um die Ecke gebogen, um mir wieder einmal zu zeigen, dass sie immer noch die Geilste an den Docks ist. Im Fall der Emil Bulls sieht meine Reaktion so aus: Ich will alles stehen und liegen lassen. Alles, was man bis hierhin an neuen Bands gehört hat, ist vergessen, und man will nur noch mit der Ex um die Häuser ziehen, pardon, dem neuen Material der Nu Metaller lauschen.

Die Emil Bulls. Seit nunmehr 20 Jahren gestalten sie die Musikszene in Deutschland gewaltig mit. Ihr neuestes Werk hört auf den Namen „Kill Your Demons“. Welche Dämonen gemeint sind, ist mir persönlich allerdings schon nach den ersten Takten schnuppe.

Es geht brachial los, und eben diese Brachialität zieht sich wie ein roter Faden durch den Longplayer. Sänger Chris hat die Gabe, brutale Vocals rauszustampfen, um im nächsten Moment eine glasklare Melodie zu seufzen. Sehr gut zu hören auf „Winterblood“. Auf den markanten Gesang konnte an sich im Hause Emil Bulls schon immer verlassen.

Und die Musik? Man wird von den Riffs quasi angefallen und zerfleischt. Perfekt. Ganz besondere Aufmerksamkeit gilt bei mir den Einstiegen in die Songs. Für mich oft DER Knackpunkt. Doch auf „Kill Your Demons“ durchgehend brillant gelöst. Explizit zu hören bei „The Ninth Wave“, „Once And For All“ und „Mt. Madness“.

Go-To-Song: „Blag Flags (Over Planet Earth)“: Geiler Refrain!

Nach 14 Songs ist dann Schluss. Man will es nicht wahrhaben. War es das schon? Geht die einstige Flamme wieder auf hohe See und lässt mich alleine zurück? „Kill Your Demons“ ist gut, so gut, dass nach dem Hören alles, was davor war, zerfetzt und verstreut am Strand zurück bleibt, um mal bei der Meeres- und Hafenthematik zu bleiben.

Auf der Amazon-Music Edition gibt es noch einen tollen Bonus: Das ganze Album nochmal. Nur ohne Vocals. What? Yep. Für mich als Amateurmusiker genial! So kann man sich das Ganze nochmal anhören. Wenn auch ohne Chris’ Stimme. Die kann man theoretisch selbst ergänzen.

Und so hat die Ex doch noch ein kleines Küsschen für mich dagelassen. Besser als nichts.

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