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Kaiser Franz Josef – „Make Rock Great Again“: Immer auf die Zwölf

Eine Review von Frank Göbel.

Rock is back! Echt jetzt. Die Rettung kommt aus dem Land, in dem Kaiser Franz Josef seit Jahrhunderten vor sich hingruftet: Aus Österreich. Drei seiner Landsmänner machen sich auf, der Welt den Sinn von Rock wieder näher zu bringen. 

Durch Zufall bin ich auf dieses Trio aus Wien gekommen: Kaiser Franz Josef nennen sich Sänger Sham, Drummer Tom und Bassist Pete. Ihr aktuelles Album „Make Rock Great Again“ brilliert mit urbanem und schlichtem Rock-Sound. Wobei die Wiener keine Gelegenheit auslassen zu betonen, dass der Albumtitel nichts mit dem Kampfausruf eines gewissen US-Präsidenten zu tun hat. 

kaiserSchon der Opener „Slaughterhouse“ gibt die Richtung ganz klar vor: Es gibt ordentlich auf die Zwölf. Die folgenden Songs ballern die Österreicher raus, als wenn es um ihr Leben ginge. Immer Vollgas, ohne zu nerven, mit emotionalen Momenten, die man den Österreichern absolut abnimmt. Kaiser Franz Josef erinnern streckenweise an Rock-Größen wie Soundgarden und Wolfmother und haben dennoch immer ihren eigenen Kopf, ihren eigenen Stil. Jeder der zwölf Songs auf „Make Rock Great Again“ trägt eine individuelle Handschrift, und dennoch klingt das Album wie aus einem Guss. Ein Kunststück, das bei Weitem nicht allen gelingt.

Aber wie kam das Trio dahin, wo es jetzt steht? Wie wurden Kaiser Franz Josef vom Geheimtipp zum stadionfüllenden Top-Act, der sie inzwischen sind? 2010 wurde die Band von Sham und Tom gegründet. Noch im Mai dieses Jahres durften die drei Österreicher als Vorband, und jetzt bitte festhalten, von AC/DC im heimischen Wels vor 83.000 Zuschauern auftreten – und ausrasten.

2013 belegten die Band den fünften Platz bei der Talentshow „Die große Chance“. Die Folge war ein Auftritt bei „Rock im Park“ – auf der Haupttribüne. Und aktuell steht eine Tour durch Deutschland mit den durchgeknallten Rockern von Airbourne an.

KaiserFranzJosef-Pressefoto2017-Final2Kaiser Franz Josef hantieren nicht mit verrückten, fancy Sounds, sie legen auch nicht 379 Gitarrenspuren über einen Refrain. Ihre Musik ist rough, direkt, einfach. 

Vielleicht ist es genau das, was wir heute brauchen. Ein Schritt zurück zur schnörkellosen Mucke ist möglicherweise genau das, was in unserer völlig übertönten Welt fehlt.

Wird man in 30 Jahren von Kaiser Franz Josef sprechen wie heute noch von den legendären Led Zeppelin oder Deep Purple? Vermutlich nicht. Dafür „vergisst“ man in den schnelllebigen Zeiten von Spotify und Co. zu schnell. Ich werde mich aber hüten, die unter „K“ ansässigen Österreicher aus meiner Playlist zu entfernen. Die nächsten 30 Jahre auf jeden Fall!

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Fotos: © Jakob Vehovar

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