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A – „Hi-Fi Serious“: Als Nu Metal noch NU war

Eine Review von Frank Göbel.

Wenn ich an eine Band aus vergangenen Tagen denke, die mich nachhaltig beeinflusst hat, denke ich oft an A. Offiziell machten A Alternative Rock, manche nennen es auch Post-Grunge. Allerdings habe ich mit solchem Schubladen-Denken schon immer so meine Schwierigkeiten gehabt.

Das prägendste Album der Briten war „Hi-Fi Serious“ aus dem Jahre 2002. Der Nu-Metal war noch richtig „Nu“ und hip. Bands wie Limp Bizkit und 4Lyn machten sich in den Charts breit – und verschwanden daraus auch relativ schnell wieder.

„Nothing“ eröffnet das Album, ein Brecher von Gitarre als Opener hat noch nie geschadet. „Something’s goin’ On“ und „6 O’Clock on a Tube Stop“ lassen keinen Zweifel aufkommen, wo die Reise hier hingeht: Bester Rock. Einfach mal die Gitarren laut sein lassen und eingängige Melodien sprechen lassen. 

Das ruhigere „Going Down“ ist dann der erste Bruch – der gelungene Versuch der Band, ein weites Spektrum abzustecken.

„Starbucks“ ist der Feelgood-Song, der damals auf keiner Party fehlen durfte. Ein leicht zu merkender und mit vier Akkorden besetzter Refrain, den man auch im Halbsuff noch mit gröhlen kann.

„The Springs“ ist die zweite (und letzte) Ballade der Platte. Akkustikgitarre und effektvolle E-Gitarren schwadronieren über der Nummer.

Ab hier geht die Katze vom Schmidt ab! „Shut Yer Face“, „Pacific Ocean Blue“, „The Distance“, „W.D.Y.C.A.I.“ (Why Don’t You Cry About It) und das finale „Hi-Fi Serious“ haben in meiner Rockwelt nachhaltige Statement gesetzt. 

Und wenn „Hi-Fi Serious“ dann langsam ausfadet, fühlt man sich … großartig. Ein Teil der letzten 45 Minuten gewesen zu sein, erfüllt mich selbst 15 Jahre später immer noch mit Glücksgefühlen.

Und A? Drei Jahre später kam „Teen Dance Ordinance“, das immer noch stark war, aber die Strahlkraft von „Hi-Fi Serious“ nie erreichte.

ADie Band hat sich inzwischen mehr oder weniger zerstreut. Sänger Jason Perry ist mittlerweile Musik-Produzent und Inhaber eines Mode-Labels. Vor einiger Zeit habe ich ihn sogar auf Twitter gesehen. Ihm gefiel sogar mein Tweet.

Gute Nacht.

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