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Salza.Slytherin: Hamburg, deine Perle

Ein Interview von Mimi Erhardt.

Oh. My. Gawwwd. Ick bin blitzverliebt. Mein Ruhrpott-Herzchen, das sich seit Jahren in Berlin herumtreibt, hat sich heimlich, still und leise in ein Mädchen aus Hamburg verschossen, das eigentlich aus dem Schwarzwald kommt. Wow. Salza.Slytherin ist Fotografin, Model und ein Mensch, der sich einsetzt. Für LGBT-Rechte, für seine Freunde, für die, die Support brauchen. Mega Frau. Hui.

KinKats: Salza.Slytherin, was hat es mit deinem Model/Künstlernamen auf sich?

Salza.Slytherin: Den Spitznamen Salza habe ich, seit ich 15 war. Wieso, keine Ahnung, aber mein damaliger Freund dachte am Anfang unserer Beziehung, dass es mein richtiger Name sei. Und auch heute noch nennen mich meine engsten Freunde aus der Heimat so. Das finde ich super schön 🙂 In Hamburg kennt den niemand. Das Slytherin nahm ich einfach dazu, weil es gut klang und ich auch Harry Potter mag ;D

KinKats: Du modelst und fotografierst selbst. Was reizt dich mehr und warum?

Salza.Slytherin: Ich finde beides gleich spannend! Seit ich nicht mehr hauptberuflich als Fotografin arbeite, macht mir das Fotografieren erst richtig Spaß. Ich kann was und wen ich will vor meine Linse locken und lerne so echt tolle Menschen kennen. Wenn ich Menschen fotografiere, stehen bei mir auch mehr Lifestyle und Lebenseinstellung im Vordergrund. Aussehen ist mir nicht wichtig. Jedoch finde ich es wundervoll, wenn ich meinen FreundenInnen durch meine Fotos mehr Selbstbewusstsein schenken kann und ihnen durch die Fotos zeigen kann, was sie für wundervolle Menschen sind. Ich unterstütze durch meine Fotos – vor und hinter der Kamera – auch viele FreundeInnen, die kleine Labels, Bands, Shops oder Cafés haben. Ich weiß, wie wichtig gute Fotos als Werbung sind und trage so meinen Teil zum Supporten bei. So hat es auch mit meiner Modelseite angefangen.

_DSF2696KinKats: Wer hat die Fotos gemacht, die wir hier im Blog sehen?

Salza.Slytherin: Alex Bach. Fun Fact: Ich habe ihn damals über Tinder kennengelernt. Als ich neu in Hamburg war, benutzte ich Tinder, um Leute kennen zu lernen und bin auch immer noch mit vielen von ihnen befreundet.

KinKats: In deinem Instagram Feed postest du auch immer wieder politische Botschaften. So sprichst du dich auch für LGBT-Rechte aus und gegen Fremdenhass. So gut, aber kann man mit solchen Posts wirklich was bewegen?

Salza.Slytherin: Ich denke, dass es gerade heutzutage mit den AFDs und Trumps dieser Welt so mega wichtig ist, sich zu positionieren. Dazu sind soziale Netzwerke perfekt, da sie von jeder Art Mensch genutzt werden. Deshalb poste ich sowas auch über meinen Model-Account. So kann ich hoffentlich viele Menschen zum Nach- oder im besten Falle zum Umdenken motivieren. Diese Themen gehen uns einfach alle an und sind nicht nur Schlagzeilen in den Zeitungen dieser Welt. Deshalb: GEHT WÄHLEN!!!

KinKats: Welche Themen liegen dir persönlich besonders am Herzen?

Salza.Slytherin: Die wichtigsten Themen sind für mich eindeutig LGBT-Rechte, Selflove und Sexualität. Ich habe wunderbare Eltern, die mir eine tolle Kindheit ermöglichten und mich sein ließen, wer und was ich wollte. Durch meine FreundeInnen weiß ich aber auch, dass das nicht normal ist und viele bis in ihr Erwachsenenalter kämpfen mussten oder immer noch müssen. Da ich eine ziemlich offene Person bin, die mir ihrer eigenen Sexualität und ihrem Körper im Reinen ist, finde ich es verdammt wichtig, dass ich die Menschen daran teilhaben lasse. Es sind Menschen wie ich, die anderen so zeigen können: Hey, das ist ja völlig okay, dass ich das mache und so bin wie ich bin. Allerdings war es auch für mich ein harter Weg, da ich aus einem kleinen Dorf im Schwarzwald komme. Meine Schul- und Teenagerzeit war geprägt von Mobbing, und ich musste mir mein Selbstbewusstsein außerhalb meiner Familie hart erarbeiten.

_DSF2802KinKats: Du bist Hamburgerin. Sag mir, was ich an einem Wochenende in Hamburg unbedingt erleben muss 🙂

Salza.Slytherin: Ich würde mir niemals anmaßen, mich Hamburgerin zu nennen. Zugezogene ja, da ich erst seit zwei Jahren hier wohne 😀 Man muss auf jeden Fall im Kaffee Stark in der Wohlwillstraße auf St. Pauli gewesen sein. Da kann ich gemütlich morgens geil frühstücken, mittags einen leckeren Kaffee oder ein Bier trinken oder nachts besoffen auf der Bar blank ziehen und tanzen. Danke übrigens dafür, dass ihr mich so aushaltet haha! Ich mag es auch, am Elbstrand im Sand rumzuliegen oder im Wohlerspark auf oder neben alten Gräbern zu chillen und Slayer zu hören. Hamburg ist so eine vielfältige Stadt. Ein riesiger Abenteuerspielplatz für jeden Geschmack. Man kann es gemütlich dörflich erleben oder als Großstadt. Ein Wochenende würde auch niemals ausreichen, hat aber trotzdem Potenzial für eine total verrückte Zeit.

KinKats: Erzähl mir was zu deinen Tattoos. Welche bedeuten dir besonders viel und warum? Und gibt es Gurken, die du bereust?

Salza.Slytherin: Ich liebe alle meine Tattoos und habe sie mir in vielen wichtigen Lebensabschnitten stechen lassen. So hat jedes Tattoo seine Bedeutung für diese vergangenen Zeiten. Da ist alles dabei: Erwachsenwerden mit dem ersten Tattoo, Reisen, Abenteuerlust, gebrochene Herzen, verlorene Liebe, Verlassen meiner Heimat. Mein (neues) Lieblingstattoo kommt erst noch diesen Monat: Eine kleine Schnecke aus meinem Lieblingskinderbuch auf meinen linken Füßrücken. Die Schnecke heißt Burgel und lebt zwischen den Zehen eines großen Wassermanns (Gumbert Blubb). Sie wird mir von Tschiggy vom Bubblegumtattoo gestochen, die auch noch eine sehr gute Freundin geworden ist und mit deren Hilfe Hamburg zu meiner zweiten Heimat werden konnte.

Fotos: Alex Bach

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