Sparta Threes

Zwischen Hymne und Dampframme: Sparta – „Threes“

Eine Review von Willhelm Worran.

Es ist nun schon über zehn Jahre her, da erschien das dritte Album der Band Sparta mit dem Titel „Threes“. Nach wie vor zeitlos und ein Klassiker, der in keiner Emocore-/Postcore-Sammlung fehlen darf, absolutes Pflichtprogramm!

Im Jahr 2001 bildeten sich nach der Auflösung von At The Drive-In aus den Bandmitgliedern die Gruppen The Mars Volta und eben Sparta. Während Cedric Bixlar-Zavala und Omar Rodriguez mit The Mars Volta eine völlig andere musikalische Richtung einschlugen, wählten Jim Ward und Paul Hinojos den eher anknüpfenden Weg an alte Zeiten. 2002 erschien das Debüt „Wiretap Scars“, 2004 die Platte „Porcelain“ und 2006 das dritte Studioalbum „Threes“.

Allein der Opener „Untreatable Disease“ schleicht sich ins Ohr. Er schafft es ganz bequem, einen auch nach Jahren der Abstinenz „Hope is unborn memories, untreatable disease“ leise mitsingen zu lassen. Dann bricht der Song aus und bereitet den Weg für ein großartiges Gesamtkunstwerk

Über laute und leise Instrumentalisierung legt sich in jedem einzelnen Stück eine starke lyrische Präsenz. „Taking Back Control“ als kommerzieller Gassenhauer mit seinem treibenden Rhythmus und der unverkennbaren Melodie der Gitarre, hebt sich ein wenig als Prunkstück des Albums heraus. Zumindest beim ersten Hören. Direkt folgt „Erase It Again“ mit einem auf der Stelle trampelnden und schnaufenden Schlagzeug, bis es schließlich sanft ausklingt und mit „Atlas“ eine heroische, 4 Minuten 31 lange Stadionhymne einläutet. Dann die sauber aufeinander abgestimmten „The Most Vicious Crime“ und „False Start“, bis sich „Weather The Storm“ aus den Untiefen erhebt und brachial auf einen niederprasselt. Auf der Hälfte des Songs wird einem Schutz und Sicherheit suggeriert, bis die Dampframme zurück schlägt und es krachend zu Ende bringt. So neigt sich „Threes“ auch langsam dem Ende zu. In „Without A Sound“ bekommt man eine wunderbare Zusammenfassung der ersten zehn Tracks, bis Ward beginnt, „You’re all I ever need“ zu schreien und man sich langsam auf „Translations“, den letzten Song, vorbereitet. Nichts anderes als das unmissverständliche Ende des Albums stellt dieses Stück dar.

Knapp 50 Minuten verbringt man in einem ständigen Auf und Ab. Am Ende steht jedoch eine der besten Achterbahnfahrten zwischen Postrock und Pop und diversen kleinen Schubladen, in die man immer mal wieder einen kurzen Blick werfen darf.

Seit Oktober 2011 ist ein neues Album angekündigt, welches den Nachfolger zu „Threes“ darstellen würde. Ob und wann es jedoch erscheint, steht in den Sternen. Sparta sind zumindest von offizieller Seite her nicht aufgelöst, und vielleicht lohnt sich das Hoffen ja noch!

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