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Bilder von Melanie Ziggel: Momente statt Posen

Ein Interview von Mimi Erhardt.

Ich könnte Romane darüber schreiben, warum ich die Arbeiten der Berliner Fotografin Melanie Ziggel (und sie selbst) so liebe. Das erspare ich euch aber. Deshalb nur die Kurzfassung: Melanies Bilder sind anders, unique, rough und trotzdem sanft. Menschen, echt, unbearbeitet. Auch für KinKats hat sie schon Leute wie Nico Bronson oder die wunderschöne Franziska fotografiert. Zeit, euch diese mega Frau und ihre Kunst vorzustellen. 

KinKats: Melanie, seit wann fotografierst du? Und wie hat sich deine Art zu fotografieren im Laufe der Zeit geändert?

Melanie Ziggel: So ganz bewusst fotografiere ich seit meinem Au Pair Jahr in New York und Chicago. Das war 2006, 2007, ziemlich prägendes Jahr für mich. New York hat mir im wahrsten Sinne die Augen geöffnet. Doch darauf hingewiesen, dass ich ein Auge fürs Fotografieren habe, hat mich mein Englischlehrer in der Oberschule, der nach der Englandsprachreise meine Fotos anschaute und positiv überrascht war. Ich habe damals naiver fotografiert und unbeschwerter. Jetzt bin ich konzentrierter dabei und visuell stärker, doch spontan geblieben.

Kinkats: Wie würdest du deinen Stil heute beschreiben? 

Melanie Ziggel: Authentisch, stark und träumerisch. Ich bin impulsiv, und das natürliche Licht hilft mir dabei sehr. In mir schlummert eine rebellische Facette, die ich noch zu befreien versuche, um sie in meine Bilder zu bekommen. Meine Introvertiertheit hält da sehr gegen an. 

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Fotografin Melanie Ziggel steht lieber hinter der Kamera als davor. Und das, obwohl sie traumhaft schön ist

KinKats: Was macht deinen Stil besonders?

Melanie Ziggel: An der Besonderheit meines Stils arbeite ich, damit es letztendlich was Besonderes wird und einen starken Wiedererkennungswert bekommt.

KinKats: Ich finde, deine Bilder haben etwas sehr Weiches, Zartes, und trotzdem wirken deine Models immer sehr stark. Wie funktioniert dieser Mix? 

Melanie Ziggel: Das hat alles mit dem Wechselspiel aus Protagonist/in und Fotografin zu tun, mit Vertrauen und Respekt. Ich lasse die Leute vor der Kamera einfach machen, ich urteile über keinen. Sie sollen sich geben, wie sie sich in dem Moment fühlen, auch wenn sie mir ihre unnahbare Seite zeigen. Finde ich gut. Es muss einfach ein Gefühl entstehen.

KinKats: Gibt es Vorbilder, an denen du dich orientierst? 

Melanie Ziggel: Vorbilder habe ich nicht, doch ich habe so meine Fotografen, die ich gerne mag: Harley Weir, Ryan McGingley und Olivia Bee. Ich liebe die Farben, die Unschärfen und das rebellische, freie Gefühl. 

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KinKats: Wie läuft ein Shooting mit dir ab? 

Melanie Ziggel: Da bin ich ziemlich unkompliziert und lasse den Dingen ihren Lauf. Ich sage den Modelsab und an, wo sie sich jetzt hinstellen oder setzen sollen, aber mehr ist es nicht. Ich beobachte lieber und entdecke die Momente, die sich ergeben.

KinKats: Was ist, wenn jemand noch sehr unsicher vor der Kamera ist? Wie ermutigst du solche Leute?

Melanie Ziggel: Durch meine entspannte Art und das Gefühl, dass es keine Erwartungen und Anforderungen gibt. Das lässt die Unsicherheit kleiner werden. Und wenn die Leute zwischendurch einen Blick auf das Kameradisplay werfen, sind sie meistens erleichtert und fühlen sich besser.

KinKats: Wie fühlst du dich selbst vor einer Kamera oder überlässt du das lieber anderen? 

Melanie Ziggel: Aufmerksamkeit bekommen gehört definitiv nicht zu meinen Stärken. Ich gebe lieber die Aufmerksamkeit. 

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KinKats: Wo findest du deine Models? 

Melanie Ziggel: Im Internet durch Craigslist Anzeigen oder Instagram Accounts, manchmal melden sich Leute auch einfach bei mir. Auf der Straße begegne ich öfter interessante Menschen, nur leider fehlt mir immer der Mut, sie direkt anzusprechen. Das will ich noch ändern.

KinKats: Wo siehst du dich und deine Kunst in fünf Jahren? 

Melanie Ziggel: Irgendwo am Meer, wo es warm ist. Am besten auf einer Insel mit einer Open-Air Ausstellung meiner Fotografien, während ich ein Eis schlecke und verträumt aufs Wasser schaue.

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KinKats: Wir würden gern noch mehr Bilder von dir auf KinKats sehen und dachten uns, wir verbinden dieses Interview gleich mal mit einem Modelaufruf 🙂 Was genau suchst du? Wer sollte sich unbedingt mal bei dir melden? 

Melanie Ziggel: Ich suche Menschen, die sich von mir gerne fotografieren lassen wollen und keine Models, die nur posen möchten und cool sein wollen. Ich möchte dahin kommen, dass sie sich wohl fühlen und dem Moment hingeben, so dass ich persönliche Augenblicke einfangen kann. Meldet euch gerne bei mir.

Schreibt Melanie einfach bei Facebook an. Oder DMt ihr auf Instagram.

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