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ALAZKA: Burning Down Alaska ist Geschichte

Ein Interview von Sinah Raglewski.

Klarer und dennoch rauchiger, meldischer Gesang zu starken Shout-Parts, schwarzer Hintergrund, fließender Stoff, schwarze Outifts, Bewegungen so hart und gleichzeitig fließend wie der Kontrast von Schwarz auf Weiß – das ist das neue Video zu‚„Empty Throne“ von ALAZKA.  Die Melodic-Hardcore-/Posthardcore-Band, 2012 gegründet als Burning Down Alaska, hat fast zeitgleich zu ihrem neuen Musikvideo ihren ehemaligen Bandnamen geändert und damit wie zuvor schon Capture, ehemals Capture The Crown aus Sydney, ihre Fans leicht in Wallungen gebracht. Neben Herzrasen hat dieser Schritt die Reichweite erhöht und für Diskussionen rund um die sechs Jungs aus Recklinghausen gesorgt. Mit dem neuen Song „Empty Throne“ gab es dann aber ein Happy End. Energetisch, neu, motiviert. KinKats hat ALAZKA zum Interview getroffen.

KinKats: Cleaner Gesang nimmt auch in eurem zuletzt erschienenen Song einen großen Part ein. Was hat euch dazu bewegt?

Marvin: Generell wollten wir schon immer mit cleanem Gesang arbeiten. Das wurde für uns aber erst wirklich durch Kassim als festem (Zweit-) Sänger möglich. Im Vergleich zu unseren älteren Songs ist der Clean-Anteil natürlich deutlich höher. Aber für uns fühlt es sich so ganz natürlich und ausgeglichen an. 

Julian: Wir arbeiten generell so, dass wir immer schauen, was für jeden Song und jeden Part am besten passt und funktioniert, ohne aber außer Acht zu lassen, dass am Ende ein gutes Gleichgewicht herrscht. 

KinKats: Hat die Bandnamen-Änderung auch was damit zu tun, dass IHR euch verändert? 

Marvin: Zumindest nicht im musikalischen Sinne. Es hat auf jeden Fall damit zu tun, dass wir uns als Menschen und Persönlichkeiten verändert haben. Die Band ist mittlerweile fünf Jahre alt, und als sie gegründet wurde, waren gerade mal Julian und ich dabei. Der Rest der heutigen Besetzung ist erst nach und nach dazugekommen. Die Band ist heute einfach etwas komplett anderes als das, was sie damals noch war. 

Julian: Wir hatten den Namenswechsel schon sehr lange im Kopf und haben einfach auf den richtigen Moment gewartet. Ich denke, ein paar Leute würden trotzdem behaupten, dass wir uns auch musikalisch krass verändert haben. Aber für uns ist das gar nicht so spürbar. Wir machen einfach die Musik, die uns selbst gefällt, und da kommen mit der Zeit natürlich auch immer neue Einflüsse und Blickwinkel dazu. Also ja, natürlich ist die Musik nicht mehr so, wie sie noch auf „Values & Virtues“ war, aber ganz ehrlich, das wäre auch sehr langweilig.

KinKats: Ihr habt auf Facebook und Instagram unkommentiert mit dieser Nachricht für Verwirrung gesorgt: „Burning down Alaska 2012-2017“, Burning Down Alaska durchgestrichen. Hattet ihr Mitleid mit euren verwirrten Fans?

Julian: Wir haben, ehrlich gesagt, nicht mit so einer krassen Resonanz gerechnet. Bei einigen Kommentaren und Nachrichten hat es uns schon leid getan, dass wir dazu nichts sagen durften. Aber den Maulkorb haben wir uns selbst auferlegt, und ich glaube, im Nachhinein ist uns auch niemand mehr böse deswegen. 

KinKats: In eurem neuen Musikvideo „Empty Throne“ tragt ihr ausschließlich Schwarz, der Text ist sensibel und nachdenklich. Wie viel hat das mit eurer Persönlichkeit zu tun? 

Marvin: Wir sind alle generell darauf bedacht, uns und unsere Kleidung in Videos und auf der Bühne sehr schlicht zu halten. Uns geht es um unsere Musik und nicht um die Personen dahinter. Wir sind alle nur normale Jungs und haben auch nicht das Gefühl, etwas anderes darstellen zu müssen. Aber wir legen auch Wert darauf, dass Dinge stimmig sind, vor allem, was Videos und unser Bühnenbild angeht. Für das Video zu „Empty Throne“ haben wir uns aber auch bewusst für Schwarz entschieden, weil der Song nicht gerade ein Sommerlied ist. 

Julian: Die Texte zu den Songs schreibe alle ich, und daher steckt in allen Songs auf jeden Fall auch ein großer Teil meiner Persönlichkeit. Ich könnte die Texte nicht schreiben, wenn ich sie nicht auch fühlen würde. Ich denke daher, dass das alles schon viel mit unserer Persönlichkeit zu tun hat. 

KinKats: Es stehen im Sommer einige Festivals für ALAZKA an. Wie schafft ihr es, zwischen Bandproben, Musikvideos und Konzerten euren Alltag zu bewältigen? 

Marvin: Das ist nicht so einfach, wie es für manche Leute scheint. Wir gehen alle normal arbeiten, und da muss man dann natürlich Abstriche in seinem Leben machen. In der Regel treffen wir uns sechs Tage die Woche nach der Arbeit noch und erledigen das Tagesgeschäft der Band oder arbeiten an unseren nächsten Projekten. Da bleibt das soziale Leben natürlich auf der Strecke, aber wir haben uns das so ausgesucht. Insofern versucht man einfach, den Alltag zwischen Arbeit und Band zu erledigen. 

ALAZKA2KinKats: Wie sieht ein typischer Tour-Tag bei euch aus? 

Julian: Das kommt immer auf die Tour an. Im Nightliner ist es auf jeden Fall deutlich luxuriöser. Man wacht morgens auf und ist schon vor Ort, das macht den Tag deutlich entspannter, als wenn man noch den halben Tag mit Fahren verbringen muss. Man wacht also auf, schaut sich erstmal die Location an, und dann geht’s schon ans Ausladen. Die Bühne wird aufgebaut, man macht seinen Soundcheck, baut den Merch auf und schaut dann, ob noch Zeit ist, um die Stadt zu besichtigen, in der man gerade ist. Am frühen Abend öffnen dann die Türen, und alle sind wieder vor Ort. Bevor wir dran sind, sind wir meist noch an unserem Merchtisch und quatschen mit Fans. Dann geht’s ab nach hinten, umziehen, vorbereiten. Danach ab auf die Bühne. Nach der Show wird schnell geduscht und wieder ab zum Merch, oder man fängt schon mal an zu packen. Wenn alles durch ist, wird wieder alles eingeladen, alle steigen in den Bus, und dann geht’s auch schon los zur nächsten Location. 

Marvin: Generell verbringt eigentlich jeder seinen Tag auf Tour sehr individuell. Der eine ist mal früher wach und erkundet schon mal alleine die Umgebung, der andere war noch bis morgens wach und schläft erstmal aus. Wir sind, was Touren angeht, schon gut eingespielt, daher klappt das auch alles reibungslos. Das ist halt das Schöne an einer Nightliner Tour: Da kann jeder seinen eigenen Rhythmus fahren. Im Van hängt man deutlich mehr und auch um einiges länger aufeinander. Das ist gerade morgens nicht jedermans Fall.

KinKats: Zuletzt – ALAZKA in drei Worten.

Beide: Ehrlich. Leidenschaftlich. Emotional. 

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