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Hot Water Music 2017: Noch immer wütend

Eine Review von Mimi Erhardt.

Hot Water Music sind meine große Liebe. Kein Wunder, ich bin Punkrock-Kid fo‘ life und ein Hardcore-Mädchen, und Hot Water Music waren einfach IMMER da. Also gefühlt, und wenn sie nicht zusammen waren, gab es immer noch Chuck Ragan solo, The Draft (Chris Wollard, Jason Black und George Rebelo zusammen mit Todd Rockhill) und selbstverständlich die alten Platten. Jetzt aber sind Hot Water Music offiziell reunited.

Am 31. Mai erschien die neue Single „Never Going Back“ – als Appetizer für das neue Studio-Album „Light It Up“, das am 15. September via Rise Records (At The Drive-In, Pvris, Of Mice & Men) erscheint. Und das von der Band selbst produziert wurde.

„Das Aufregendste für uns am neuen Album war, es selbst aufzunehmen und die volle Kontrolle über alles zu haben – vom Anfang bis zum Ende“, fasst die Band den Entstehungsprozess von „Light It Up“ zusammen. „Seit Fuel For The Hate Game haben wir kein anderes Album auf diese Weise aufgenommen. So angsteinflößend es sein kann, kein Sicherheitsnetz und doppelten Boden zu haben, so befreiend fühlt es sich auch an, ein Album zu produzieren, das 100 Prozent Hot Water Music ist – mit all seinen Stärken und Schwächen.“ 

Und wie klingen HWM in 2017? „Never Going Back“ ist weder wütend noch verzweifelt, die Wut von einst scheint verraucht. Scheint. Denn der Text zeigt, dass die Männer aus Gainsville/Florida noch immer mit Dämonen zu kämpfen haben. Noch immer vieles in Frage stellen, das uns anderen irgendwo zwischen Dielenboden abschleifen und der Frage, ob es jetzt das iPhone 7 oder doch das 7 Plus sein soll, gerade mal ein Schulterzucken abringt. 

„We take our licks and harden up inside
At least for a little while we don’t feel like dying
Slow down my mind for it’ll all subside
The storm is bound to pass in time
I’m Never Going Back“

Hot Water Music 2017 sind keine radikalen Jungs mehr, sondern Männer, die noch immer etwas zu sagen haben. Die heute positiver klingen als vor 15 Jahren und dennoch ihren Kampfgeist und vielleicht auch den Zorn von einst nicht verloren haben. Chuck Ragans Stimme ist noch immer rotzig, fiebrig, und ich bin ein glückliches, kleines HWM Fangirl.

September kann kommen 🙂

Foto oben: Jonathan Weiner 

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