Kamikaze Girls 2017 - web

Kamikaze Girls – Seafoam: Geschrieene Abgründe

Eine Review von Laura von Tango.
 
Es hat eine überwältigende Wirkung, wenn ein Mensch vollkommen schamlos seine bedrückendsten Ängste zur Schau stellt. Diese Art der Waghalsigkeit kann einem Sound zu einer vollkommen neuen Ebene der Intensität verhelfen, die beinahe bedrohlich wirkt. Eindrucksvoll demonstrierten das zuletzt Touché Amoré und Sorority Noise aka Kamikaze Girls.
 
 

Mit ihrem Debütalbum „Seafoam“ erobern die Kamikaze Girls den wackligen Thron der geschrieenen Abgründe. In einer unheimlich realistischen Vertonung der emotionalen Unwetter, die das Leben so mit sich bringt, leiten sie mit „One Young Man“ die Ruhe vor dem Sturm und auch die Platte ein. „One Young Man“ ist, mit seinen schweren und grungigen Tönen purer, dunkelgrauer Treibsand.

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Der Rest des Albums steht im Zeichen des DIY-Punks und Post-Hardcores. Bemerkenswert ist „Seafoam“ nicht allein wegen Lucinda Livingstones stimmlichen Seelen-Stripteases, sondern auch wegen der feinen Melodien, die da in den krachigen Soundteppich gewoben werden. Und so kann man zwar Vergleiche von Jawbreaker über Weakerthans bis Touché Amoré und vielleicht sogar Bikini Kill aufstellen, so wirklich trifft es aber keiner davon. Das ist, speziell in einem Erstlingswerk, eine monumentale Leistung. Die beiden MusikerInnen aus Leeds überzeugen mit ihrem am 9 Juni erschienenen Album „Seafoam“ auf Spotify und Bandcamp.

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