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AMOKKOMA: Hate People, love individuals

Ein Interview von Mimi Erhardt.

Nico Bronson ist AMOKKOMA. Und irgendwie überall. 14k Leute folgen ihm auf Instagram, er steht mit Jennifer Rostock auf der Bühne, organisiert Events, hat für War From A Harlots Mouth geschrien, ist Veganer, sehr nice tätowiert, und überhaupt ein guter Typ. Aber wer steckt tatsächlich hinter AMOKKOMA, und wer zur Hölle ist dieser Nico Bronson, den alle irgendwie wenigstens ein bisschen kennen? Ich habe Bronson zum Interview getroffen – und die Berliner Fotografin Melanie Ziggel hat ihn exklusiv für KinKats fotografiert.

Dein Künstlername: AMOKKOMA
Geburtsjahr: 1978
Sternzeichen: Löwe
Deine Bodymods: Tätowierungen… viele!
Deine Website: Hier geht‘s zum Shop und hier zu Soundcloud. Oder eben auf FB Nico Bronson oder meine Seite Amokkoma.
Wie geht es dir gerade jetzt? Mir geht es hervorragend derzeit. Zwar viel zu tun, weil eine neue Veranstaltung geplant wird (Das Rappening am 27.5. in Berlin) und neue Musik ansteht.
Beschreibe dich selbst in drei Worten: Ehrlich, direkt, spontan.

KinKats: Was war dein erstes Tattoo? Und was hat dich dazu bewegt, es machen zu lassen? 

AMOKKOMA: Ich habe mir mit 17 die Veganblume auf mein rechtes Schienbein stechen lassen. Ich wusste damals schon, dass ich meinen Körper bunt haben wollte und wollte sehen, ob ich mich mit dem Schmerz anfreunden konnte. Offensichtlich konnte ich es. Und das Motiv war mir sofort klar. Weil ich wusste, dass sich an dieser Entscheidung, so zu leben, nichts ändern wird! 

KinKats: Welcher Tattoo Artist hat dich am stärksten beeinflusst? 

AMOKKOMA: Puh… kann ich nicht sagen. Kenne mich zu wenig aus, um ehrlich zu sein. Kann nur sagen, welcher Stil mir gefällt. Aber so kann ich sagen, dass ich ein Riesenfan von Robert Borbas aka Grindesign bin. Er hat damals für meine alte Band Shirtdesigns gemacht, und davon war ich immer geflasht. Als er dann angefangen hat, zu tätowieren, musste ich natürlich unter seine Nadel!!

KinKats: Gibt es Tätowierungen, die dir mehr bedeuten als andere? Und warum? 

AMOKKOMA: Mir bedeutet jedes Tattoo etwas. Alles andere wäre für meine Sicht fatal. Alles erzählt seine Geschichte. Aber den emotionalsten Bezug habe ich sicherlich zu den Portraits meiner Eltern.

KinKats: Was war dein erstes Konzert? Und hat es deinen Musikgeschmack beeinflusst? 

AMOKKOMA: Mein erstes Konzert waren Depeche Mode auf dem Musik Convoy damals. Da war ich mit meiner Familie, und ich war noch sehr jung. Dann waren es Gorilla Biscuits mit meine Vater, und dann, als ich meine ersten Konzerte alleine geschaut habe, waren es Beastie Boys, Public Enemy oder RUN DMC und Onyx. Ich kann mich aber noch sehr gut an ein gemeinsames Konzert mit meinen Eltern erinnern, bei dem wir gemeinsam bei NEUROSIS im SO36 waren… das hat meine musikalische Welt komplett verändert! Mir war so schlecht, weil sie so unfassbar intensiv waren. Von da an war mir klar, dass ich das auch machen will. Hatte bis dahin zwar auch schon Musik gemacht, aber das hat alles verstärkt und grundlegend verändert!

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KinKats: Du warst Sänger bei War From A Harlots Mouth und stehst immer wieder mit Jennifer Rostock auf der Bühne. Welchen Stellenwert hat Musik in deinem Leben? 

AMOKKOMA: Einen sehr hohen. Ich arbeite seit nun knapp 18 Jahren im Einzelhandel, weil es mir nur dort ermöglicht werden kann, mir so oft und viel „frei zu nehmen“, um touren zu können oder Gigs zu spielen und Musik zu schreiben. Musik ist mir sehr, sehr wichtig, mich damit auszudrücken und/oder Gefühle aufzunehmen. 

KinKats: Any Idols? 

AMOKKOMA: Ich mag das idolisieren nicht.

KinKats: Ich finde ja, dass Jennifer Rostock eine ziemlich unique, da ungewöhnlich laute und starke Position in der deutschen Poplandschaft bekleiden. Was sagst du zu anderer deutschsprachiger Musik, die derzeit erfolgreich ist?

AMOKKOMA: Da stimme ich dir zu, und ich stehe zu 100 Prozent hinter ihnen. Ich kenne sie schon lange und hätte niemals mitgemacht, wenn dem nicht so wäre. Sie beziehen klar Stellung und haben ihre Herzen am rechten Fleck. Das fehlt mir generell in der Musikwelt. Denn es wirkt auf mich oftmals zu bieder. Siehe ECHO Verleihung und das ganze Drumherum zum Beispiel. Ich persönlich feiere wenig deutschsprachige Musik, da sie mich nur selten berührt. Bei Deutschrap gibt es schon viele Ausnahmen. Da gibt es viele Künstler die ich feiere! Zum Beispiel SXTN, Morlockk Dilemma oder Audio88 mit Yassin.

KinKats: Mit Amokkoma hast du dein eigenes Streetstyle Label. Sind Trends ein Ding für dich?

AMOKKOMA: Das ist mehr mein Merchandise als ein Streetstyle Label. Nun, ich würde gerne sagen, dass Trends unwichtig sind, aber wenn ich mir Bilder von mir damals anschaue und generell über die Epochen gesehen, spielen sie sicherlich eine Rolle irgendwie. Aber dann tatsächlich nur unbewusst. Ich mache die Sachen, weil ich Bock auf die Styles und Designs habe, und wenn jemand anderes das gut findet und es den Nerv trifft, dann freut es mich. Aber ich werde niemals Merch machen, um Shirts verkaufen zu können, um davon zu leben. Dann würde ich da falsch rangehen, denke ich.

KinKats: Wie würdest du deinen persönlichen Style beschreiben? 

AMOKKOMA: Locker und gechillt.

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KinKats: Was fällt dir an einer Frau als Erstes auf, worauf stehst du? Und was geht so gar nicht? 

AMOKKOMA: Also, was für mich gar nicht geht, sind aufgesetzte Persönlichkeiten. Da kann die Frau noch so attraktiv aussehen, da ist komplett vorbei. Was mir bei einer Frau als Erstes auffällt, ist stets der Blick. Wenn der stark ist, dann werd ich vielleicht weich.

KinKats: Gibt es ein Kleidungsstück, das du niemals abgeben würdest? 

AMOKKOMA: Meine Jogginghosen! 

KinKats: Bist du ‘ne Lerche oder ‘ne Eule? 

AMOKKOMA: Ich bin eher die Lärche. =)  Fest verankert und kenne meine Wurzeln. Ansonsten Eule statt Lerche. Bin eher nachtaktiv und still, statt farbenfroh und frohlockend.

KinKats: Gibt es etwas, für das du brennst?

AMOKKOMA: Wenn ich das erklären könnte, dann würde es sicherlich alsbald erlöschen.

KinKats: Wie sieht dein perfekter Tag aus? 

AMOKKOMA: Mit meinen Katzen frühstücken, dann rausgehen ans Meer. Dort etwas tauchen und anschließend skaten gehen. Dann ins Studio, um kreativ zu sein. Abends mit Freunden was essen und einen guten Film auf einer großen Leinwand schauen. Dann noch losziehen und laute Musik genießen. Sei es auf einem Konzert oder in einem Club.

KinKats: Any last words? 

AMOKKOMA: Hate People. Love Individuals.

Fotos: Melanie Ziggel // Melanie Ziggel auf Facebook

Am 27. Mai findet „Das Rappening“ im Berliner Club „Musik & Frieden“ statt, ein von AMOKKOMA organisiertes Event. Kommt rum! Hier findet ihr alle Infos.

One Response
  1. Oh mein Gott! Diesen Menschen kann man einfach nur lieben, Er ist sich steht’s selbst treu und weiß genau was er will !!! Und wie er aussieht! Zum dahin schmelzen!! Man kann nichts anderes tun als ihn ZU LIEBEN!! FETTEN KNUTSCH AN DICH NICO💋!

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