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Leonie by Ika Fan: Schönes, tapferes Kämpferherz

Ein Text von Mimi Erhardt.

Leonie fasziniert mich schon eine Weile. Eine junge Frau, die sich ihren Platz im Leben erkämpfen musste und noch lange nicht damit fertig ist. Sie kämpft erfolgreich gegen ihre Essstörung, gegen Depressionen und wird oft von so vielen Emotionen durchgeschüttelt, dass es sie manchmal zu überfordern scheint. Aber Leonie hat auch ein Kämpferherz und stellt sich der Tatsache, dass ihr Leben nicht so ist, wie es uns die perfekten Menschenkinder aus der Werbung oder unzähligen Instagram-Feeds vorgaukeln. Und genau das finde ich an ihr so bewundernswert.

Für meinen Blog Mimi&Käthe durfte ich mit Leonie vor einiger Zeit ein Interview führen, das mich bis heute nachdenklich macht.

Zum Beispiel fragte ich sie nach den Narben auf ihren Armen. Andere wären zusammen gezuckt, hätten sich vielleicht verschlossen. Nicht so Leonie. Ihre Antwort darauf: „Ich habe schon ziemlich früh angefangen, mich selbst zu verletzen und zu ,bestrafen‘, und mit 17 fing es dann mit dem Schneiden an. Dieses allgemein benutzte Wort ,Ritzen‘ finde ich ganz furchtbar, impliziert für mich etwas Harmloses. Ich hatte damals meine erste schwere depressive Episode und konnte nicht mehr zur Schule gehen, weshalb ich sehr wütend auf mich war. Zunächst waren die Schnitte wirklich oberflächlich und sind gut verheilt, aber mit der Zeit wurden sie immer tiefer, und irgendwann blieben natürlich auch Narben zurück.“

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Inzwischen schneidet sich Leonie „nur noch verhältnismäßig selten“, wie sie sagt. „Leider kann ich aber nicht sagen, dass ich das nie wieder tun würde. Es ist natürlich mein Ziel, aber es ist einfach ein sehr langer Weg, zu lernen, mit starken Emotionen anders umzugehen.“

Als ich sie auf ihre extreme Offenheit in ihrem Instagram-Feed anspreche, in dem sie über ihre Menstruation, Depressionen, Mahlzeiten, Beziehungen zu Freunden, Familie, Männern und vor allem Sex spricht, denkt sie kurz nach und sagt dann: „So offen zu sein fühlt sich absolut gar nicht seltsam an, weil das einfach meine Art ist. Ich bin unter Freunden genauso, und die müssen sich von mir immer alle möglichen Themen anhören. Außerdem finde ich es wichtig, dass man redet. Bitte über alles. Es wird heutzutage immer noch viel zu vieles tabuisiert, da möchte ich nicht mitmachen.“

Ich bin beeindruckt. So wie unsere Fotografin Ika Fan, die Leonie für KinKats in einer ganz besonderen Fotostrecke inszenierte.

Übrigens: Das ganze Interview mit Leonie findet ihr hier.

Fotos: Ika Fan // Ika Fan bei Facebook

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