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The Smith Street Band – More Scared Of You Than You Are Of Me: Wilder Ritt

Eine Review von Laura van Tango.

Seit ihrer Debüt-EP „South East Facing Wall“ in 2010 haben The Smith Street Band ihren Platz als Szenelieblinge stetig ausgebaut. Dem diesjährigen Valentinstag gaben sie einen Sinn, als sie den Releasetermin ihres Albums „More Scared Of You Than You Are Of Me“ (7. April) bekanntgaben und eine zweite Auskopplung, „Birthdays“, samt herzerwärmendem Video veröffentlichten.

Während der Vorgänger „Throw Me In The River“ nicht nur auf Punknews.org als zerschmetterndes Herzschmerz-Album mit Werken wie „On The Impossible Past“ der Menzingers verglichen wurde, findet sich auf „More Scared Of You Than You Are Of Me“ eher trotziger Aufwind. Aber wie sollte mit einer so erstklassigen Besetzung „hinter den Kulissen“ auch zu düstere Stimmung aufkommen?

Aufgenommen wurde im verschlafen-sonnigen Stinson Beach, Kalifornien. Die Produktion übernahm Jeff Rostenstock, enfant terrible in the making und langjähriger Freund der Band. Das Technische oblag Jack Shirley, bekannt durch seine Arbeit mit Deafheaven und Joyce Manor. Greg Calbi (Bob Dylan, Bruce Springsteen, Ramones) masterte, und den Mix erledigte John Agnello. Der war in den letzten 25 Jahren in die Entstehung von Alben solcher Größen wie Dinosaur Jr., Sonic Youth und The Hold Steady involviert. An The Hold Steadys Gesangsspuren erinnert auch Wil Wagner von The Smith Street Band auf „More Scared Of You Than You Are Of Me“.

Anders als Craig Finn, dessen Ausführungen mal elegant, mal scheppernd, untermalt werden, brüllt und schlägt Wagner gegen die Instrumentalisierung an. Ab und zu taucht der Kopf in der akustischen Sturmflut unter, manchmal kann er kurz entspannen. Die meiste Zeit aber ist es ein Kampf zwischen gleichen Kräften. Eindrucksvolles Beispiel: „Song For You“. Da ist auch wieder der Trotz: „The realisation shatters through me, that I‘m the villain of this movie (…) I know that you hated me that time, but I made up for that now, haven‘t I?!“ Es ist selten, dass kraftvolle Instrumentalisierung, aufgebaut auf der klassischen Punkrockbesetzung, ausgeschmückt mit Bläsern und Chören auf derart mitreißende Melodien und blutige Lyrics trifft. The Smith Street Band lassen keinen Zweifel daran, dass die Entstehung dieser Stücke aufreibend gewesen sein muss. Sie lassen ebenfalls keinen Zweifel daran, dass dieser Aufrieb ihnen nichts anhaben kann. 

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So ist „More Scared Of You Than You Are Of Me“ von The Smith Street Band vom rumpelnden Opener „Forrest“ bis zu „Laughing (Or Pretending To Laugh)“, die musikalische Entsprechung eines verkaterten Samtagmorgens in der Sonne, ein wilder Ritt durch eine in ihrem Chaos erstaunlich perfekt harmonierende Landschaft.

„More Scared Of You Than You Are Of Me“ erscheint am 7. April über Pool House Records, Remote Control Records, Side One Dummy Records, Uncle M und Specialist Subject auf LP, Deluxe-LP, CD und digital. Vorbestellungen sind ab sofort über den Uncle M Shop möglich. Hier geht‘s zum Shop.

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