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Kevin Luisi: Blackwork, Ninjas, Money Boy

Ein Interview von Mimi Erhardt.

Die Tätowierungen von Kevin Luisi sind ein bisschen wie der Kaffee, den du jeden Morgen trinkst: Ohne Zucker, schwarz wie die Nacht, ziemlich aufs Maul. Seit 2014 ist der Dortmunder Chef seines eigenen Tattoo Studios „Bestechung“, dem Ort deines Vertrauens, wenn du genug hast von farbenfrohen Spielereien unter deiner Haut. Wir haben Luisi getroffen und mit ihm über Stil, Musik und seine Tattoo Helden gesprochen.

KinKats: Für alle Tätowier-Addicts außerhalb Dortmunds: Wer bist du, was machst du? Und wo?

Kevin Luisi: Ich bin Kevin Luisi, 32, Tätowierer und Besitzer von „BESTECHUNG“ aka „BESTE CHUNG“, einem reinen Tattoostudio in Dortmund.

KinKats: Warum Tätowierer? Kam je ein anderer Job für dich in Frage?

Kevin: Ich habe mich nie in irgendeinem Beruf oder Studium sehen können, aber mein Bruder und ich träumten schon als Kinder davon, zu tätowieren. Ich habe tatsächlich in der Grundschule einmal Ärger bekommen, als ich meinem Sitznachbarn mit Filzstift doppelköpfige Schlangenmonster auf die Arme tätowiert habe 🙂

KinKats: Wer sind deine Helden?

Kevin: Meine Tattoo Heroes sind Grindesign, Ruslan Gornefer, Mishlatattooillustration, Nissaco, Otheser_dsts, Alexander Grim, 3Kreuze und Abis One.

KinKats: In Berlin treffe ich oft auf Tätowierer, die sich wenig bis gar nicht auf Kundenwünsche einlassen, dafür ihre eigenen Visionen in den Kunden hacken. Deine Meinung dazu?

Kevin: Es ist legitim, als Künstler seine Arbeiten auf Kunden verwirklichen zu wollen, aber ich mag auch gern die Herausforderung und die Abwechslung, auf meine Kunden einzugehen.

KinKats: Der Hype um Tattoo Artists wird immer extremer. Ihr seid die neuen Popstars, und für eine Audienz bei euch warten manche Monate lang und reisen auch gerne mal um die halbe Welt. Ist dieser Popstar-Hype der Tod der kleinen Hinterhof-Studios und der Walk In Kultur oder denkst du, das hält sich die Waage?

Kevin: Das hält sich die Waage, da sowohl das Angebot als auch die Nachfrage konstant sind. 

KinKats: Was tätowierst du am liebsten, und was ist nicht so nice?

Kevin: Solange es schwarz und einigermaßen düster ist, bin ich zufrieden. Ich mag es eher schlicht. Farbigen Tattoos habe ich mittlerweile vollständig entsagt.

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KinKats: Wenn ich stundenlang bei meinem Tätowierer liege und mir was stechen lasse, ist das – wenigstens für mich – immer eine sehr intime, nahe Situation. Wie erlebst du das?

Kevin: Exakt. Ich liebe meine Kunden, und wenn ich bei der Terminanfrage merke, dass ich keine Sympathie für den Menschen aufbauen kann oder besser gesagt, wir nicht auf einer Frequenz miteinander kommunizieren können, lehne ich den Auftrag ab. Das ist aber eher selten. Ich möchte diese Zeit sinnvoll und konstruktiv mit Menschen verbringen, die mich verstehen und das auf verschiedenen Ebenen. Wenn wir nicht aufeinander eingehen und zusammenarbeiten können, verschwindet mein Interesse an der Arbeit sehr schnell.

KinKats: Sind die Wünsche deiner Kunden besonders ausgefallen und artsy oder eher traditionell orientiert?

Kevin: Man kann alles lenken. Ich habe angefangen, die Tattoos meiner Kunden zuerst schwarz aufzubauen, dann ein Foto für mein Portfolio zu machen, und wenn sie dann noch gewollt hätten, hätte ich noch Farbe eingearbeitet. Sie wollten danach merkwürdigerweise doch keine Farbe mehr 😉 Und nun habe ich endgültig meinen Blackwork Stil durchgesetzt.

KinKats: Wer hat dich und deinen Stil beeinflusst? 

Kevin: Von klein auf liebte ich immer die Schurken und Bösewichte, Ninjas, Monster, Mutanten und heiße Frauen. Grindesign vereint das alles so sexy wie kaum ein anderer. Naja, obwohl ich noch keinen Ninja bei ihm gesehen habe 🙂 Aber meine Freunde und Kunden leisten ebenfalls ihren Beitrag.

KinKats: Spielen Musik, Kunst und Filme auch eine Rolle bei diesem Prozess?

Kevin: MEGA!!! Wenn der Vibe nicht stimmt, lege ich die Maschine weg. 

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KinKats: Hörst du beim Tätowieren Musik? Wenn ja, was so?

Kevin: JA! Was ich höre, ist sehr unterschiedlich. Manchmal muss ich zu Hot Graves ausrasten und ein anderes Mal zu Eric Dingus im Delirium versinken. Und manchmal muss ich zu Money Boy meinen Humor ausleben. Ohne Spaß kein Fun! 

KinKats: Lass uns über deine eigenen Sachen sprechen. Hast du eine Lieblingstätowierung? 

Kevin: Gornefer aus Moskau beziehungsweise Berlin hat mich mittlerweile dreimal verschönert, und ich freue mich sehr auf mehr! Gerade warte ich darauf, dass die fiese Schlange von ihm auf meinem Schienbein schwarz gefüllt und vollendet wird. Ruslan Gornefer an dieser Stelle! Gebt euch den Boy!

KinKats: Any Jugendsünden? Und wenn ja, wie gehst du damit um?

Kevin: Hab mir immer schon finstere Sachen machen lassen, aber Schwarz sieht einfach noch finsterer aus. Mein rechter Arm ist seit circa zehn schon schwarz, und ich lege immer nach.

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KinKats: Sind Bodymodifikationen ein Thema für dich? 

Kevin: Nein, danke. Ich liebe die Freiheit, nicht einmal eine Armbanduhr zu tragen!

KinKats: Deine Ziele als Tätowierer für die Zukunft?

Kevin Luisi: Bald mal ein wenig zu reisen, wird mich schon sehr glücklich machen. Ich bin dankbar für alles, was ich besitze beziehungsweise erreicht habe und freue mich, wenn ich das,was ich mache, noch lange tun darf.

KinKats: Any last words?

Kevin: 3KREUZE ist ein Faker und wird mit  „tz“ geschrieben! Aber ich liebe ihn trotzdem.

Lasst Kevin Luisi ein Like bei Instagram da. This way bitte. Oder folgt seinem 

Fotos im Post: Dana Sophie Schmidt 
Fotos in der Galerie: Privat

3 Responses
  1. Cooles Interview ✨ Blackwork ist immer super, da muss ich mal vorbei schauen 👍

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