Turbobier 1

Turbobier – No a Rund statt Überstund!

Ein Interview von Laura van Tango.

In Zeiten allgemeiner politischer Verzweiflung liefert die österreichische Spaßpunk Combo Turbobier mit „Das neue Festament“ eine kurze Grübelpause. Hier geht es darum, möglichst viel Spaß mit möglichst vielen Leuten und ‘ner Wagenladung Bier zu erreichen. Zur Komplettierung des bandeigenen Aussteigerprogramms rief Sänger Marco Pogo gleich eine neue Religion – die bieristische Glaubensgemeinschaft – und eine eigene Partei – die Bierpartei Österreichs (BPÖ) – ins Leben. Trotz eines entsprechend vollen Terminkalenders gelang es Dr. Pogo, uns ein paar Turbobier-Einblicke zu liefern. 

KinKats: Immer wieder liest man, dass ihr mit der Band Erste Allgemeine Verunsicherung verglichen werdet. Ist der Vergleich noch ein willkommenes Kompliment oder schon repetitives Schubladendenken? Gab es nennenswerte musikalische Einflüsse während der Entstehung Turbobiers und speziell des neuen Festaments?

Marco Pogo: Der Vergleich mit der EAV ist a ganz Großer. Wie kann’s was Schlechtes sein, mit so ana großartigen und über Jahrzehnte erfolgreich‘n Band verglichen zu werden? Wir fühlen uns sehr geehrt! Die EAV war auch durchwegs a Einfluss – a Band, die nie ein Blatt vor den Mund nahm, und das machen wir ja auch nicht. Die musikalischen Einflüsse liegen aber gaunz kloar woanders. Sex Pistols, Rancid, Misfits, Ramones san so die Bands, auf die wir uns alle durchwegs einigen können.

KinKats: In Zeiten weltweiten politischen Aufruhrs und nach 2016, das scheinbar für die Mehrheit der Menschen schlichtweg katastrophal verlief, wissen viele eurer Fans euren schnörkellosen Gute-Laune Output zu schätzen. War es das, was ihr mit dem neuen Festament im Sinn hattet?

Marco Pogo: Wir glauben, dass die Welt durchwegs a besserer Ort wär, waun die Leut a bissl mehr Bier trinken würden, um dadurch gemeinsam friedlicher Seitn an Seitn zu leben. Außer die Leut, die für Pegida auf die Straße gehn, die sind anscheinend sogar zu blöd zum Saufen. Das heißt scho was. Wir werden nicht aufhören, bis nicht die ganze Welt an kleinen Rausch beinand hat und dann re-evaluieren, ob die Welt jetzt friedlicher is. Wir glauben fest daran.

Turbobier 2

KinKats: Religion ist ja gemeinhin eher nicht mit Punk assoziiert. Wie ordnest du die Bieristische Glaubensgemeinschaft im wilden Turbobier Spirit ein? Und was sind die Grundsätze der von dir angeleiteten BPÖ?

Marco Pogo: Wir Bierist*Innen glauben an die Heilige Bierbel. Das Neue Festament ist unsere Glaubensgrundlage. Wir versuchen, mithilfe der Glaubensgemeinschaft und unsrer eigenen Partei, der BPÖ, endlich wieder Kirche und Staat zu vereinen, und dann ein irres Machtmonopol aufzubauen, um endlich die Alkoholsteuer abschaffen zu können. Das is scho ziemlich Punk. Die Grundpfeiler der Bierpartei sind leicht erklärt: Nixtun muss wieder was wert sein, „No a Rund statt Überstund“, und natürlich „Volle Krüge statt Lohnabzüge“.

KinKats: Richard Lugner stellte euch seine Eishalle für eure Revue zur Verfügung, und es scheint, als wären weit und breit alle verzückt von Turbobier. Was steckt hinter eurem Charme? 

Marco Pogo: Verdammt gute Frage, so genau wiss ma des a net. Es kann eigentlich nur an unsrem guten Aussehen und an unsrer dezenten Fahne liegen.

KinKats: Was steht als nächstes auf der Agenda? Die Weltherrschaft?

Marco Pogo: Als nächstes geht’s mal auf ausgedehnte Release-Tour. Wir bereiten uns scho intensiv drauf vor … wenn du verstehst, was ich meine 😉

Fazit der Autorin: Man sieht also, der Turbobierische Weg zur Weltherrschaft ist gut durchdacht. Bleibt zu sagen, dass „Das neue Festament“ besonders für Fans solcher Interpreten wie Montreal, SPN-X, Kotzreiz und natürlich EAV ein Anspielen Wert ist. In diesem Sinne: Prost!

Turbobier – „Das neue Festament“
Pogo‘s Empire | Broken Silence | Hoanzl
Erschien am 27. Januar
Turbobier bei Facebook

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