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Punch‘n‘Judy live: „Die Stimmung kochte – das war nicht geplant“

Eine Live-Review von Micha.

Anfang Dezember stellten die Cross Over Folker Punch’n’Judy ihr viertes Studioalbum mit dem bezeichnenden Titel „Rum, Soda & Punch“ im Bochumer Rockpalast vor. Noch bevor ich die Halle betrete, habe ich mir die besten Kamera-Einstellungen überlegt, um ja alles einzufangen. Denn auch wenn Punch’n’Judy mit ihren Akkordeon-Melodien alles andere als Mainstream sind und vor allem von Folk-Liebhabern gefeiert werden, sind ihre Live-Shows doch ein Erlebnis für alle, die gute Musik mögen. 

Während ich den geplanten Verlauf des Abends noch einmal in meinem Kopf durchgehe, sehe ich die Band vor der Eingangstür abhängen. In völliger Ruhe vertreiben sich ein paar Bandmitglieder mit einer handvoll Fans die letzten Minuten, bevor es auf die Bühne geht. Ist das bei Punch’n’Judy immer so? Nicht wirklich Fans da heute? Fällt der Release-Gig mangels Interesse aus?

Nichts da. Die Band vertreibt sich die Nervosität eben auf ihre Art. Und die heißt: Vor der Show noch einmal tief durchatmen.

Nachdem ich einige Zeit durch die Location geirrt bin, komme ich endlich in der richtigen Halle an. Die Party ist schon im Gange, der Saal gut gefüllt, und die Fans sind in bester Vorfreude.

Ein kurzes Intro, und los geht’s: Mitten durch die Fans bahnen sich Punch’n’Judy ihren Weg auf die Bühne und lassen, dort angekommen, einen neuen Songs nach dem anderen auf die Fans los. Diese erweisen sich als äußerst textsicher, und so treiben sich Band und Fans immer wieder gegenseitig zu Höchstleistungen an.

Ein tolles Konzert – gute Musik, eine mitreißende Show, und die Atmosphäre ist absolut genial!003-punchnjudy-releasegig-musikglut-161203Es folgt die letzte Nummer, „Immortal“. Die Band geht von der Bühne, und ich wundere mich, wie schnell die Zeit vergangen ist. Aber was dann kommt, damit hat keiner gerechnet. Anstatt Zugaben zu fordern, singt die Meute einfach den Abschiedssong weiter – mindestens fünf Minuten lang! Ich habe Gänsehaut. Wie sich das erstmal für die Musiker anfühlen muss… Also frage ich nach der Show Captain Cooper, den Frontmann von Punch’n’Judy. „Dass ab dem Zugabeblock die Stimmung richtig kochte, das war nicht geplant“, erzählt er mir. „Das war einfach die Energie.“

Spannend: Nach dem Release-Gig, bei dem natürlich die neue Scheibe der Band im Vordergrund stand, gibt es im Zugabenblock nochmal all das, was die Fans von ihrer Band gewöhnt sind. Danach sollte eigentlich eine kleine Party mit den Fans stattfinden. Doch dazu kommt es leider nicht mehr.

Captain Cooper erzählt: „Wir waren gegen 22 Uhr fertig, und um 23 Uhr ging dann die geplante Disco los. Das heißt, wir mussten direkt nach der Show abbauen und einladen. Wir hätten uns gefreut, nach der Show nochmal ins Publikum gehen zu können, um mit den Leuten zu quasseln und danach dann in Ruhe abzubauen. Aber die Umstände haben es nicht möglich gemacht.“ 

Hinzu kam, dass die Fans ihre Band nicht abbauen lassen wollten. Was tut man in so einem Fall?

Dann muss man leider Gespräche ein wenig abkürzen, darauf hinweisen, dass man bisschen arbeitet“, so Captain Cooper. „Natürlich wollen die Leute dann noch Autogramme auf den CDs und dieses und jenes erzählen, das mache ich total gerne. Deswegen ärgert es mich ein wenig, dass wir nicht noch länger mit den Leuten reden konnten.“

Also kein Konzert mit Happy End? Er lacht. „Doch. Nachher, als wir im Café in der Matrix saßen, hatten wir eine schöne, gemütliche Atmosphäre. Da konnte man das eine oder andere Gespräch führen.“

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Fotos: Musikglut

Und wer Michas Interview mit der Band in voller Länge sehen möchte – hier geht’s lang!

 

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