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Mötley Crüe: The End – Solides Live-Vergnügen

Eine Review von Thorsten Wilms.

Live-DVDs gibt es wie Sand am Meer. Jede Band, die gerade ihr Debütalbum auf den Markt geworfen hat, schmeißt schnell noch einen Konzertmitschnitt aus dem Club um die Ecke hinterher. Das kann funktionieren, muss aber nicht. 

Anders stellt es sich normalerweise dar, wenn eine Legende wie Mötley Crüe ihre furiosen Gigs mitschneidet, um die Welt daran teilhaben zu lassen. Hier weiß man, dass man exzellente Unterhaltung serviert bekommt. Speziell, wenn es sich um die wirklich letzten Konzerte der verrückten Truppe handelt, die bekannt für ihre Eskapaden ist. 

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The End, das Dokument der letzten Nächte vor dem selbstgewählten Tod der Band ist somit ganz klares Pflichtprogramm für Fans der Kalifornier, die mit Songs wie Shout At The Devil, Kickstart My Heart oder Live Wire Hardrock-Geschichte geschrieben haben. Klar, dass diese Tracks – und viele weitere vom Debüt bis zu „Saints Of Los Angeles“ – ihren Weg in die Konzert-Setlist gefunden haben. Dazu gibt es Interviews und Behind-the-Scenes Reportagen als Special-Features. 

Ein würdiges letztes Kapitel der Mötley Crüe Geschichte…will man meinen. Denn irgendwie stellt sich die Euphorie nicht ein, die auf echten Live-Gigs für Gänsehaut sorgte. Und speziell im direkten Vergleich mit „Carnival Of Sins“, der DVD, die Aufnahmen von 2005 bis 2006 enthält, fällt „The End“ etwas ab. Der Grund: Der wilde Haufen, der die Crüe noch zehn Jahre zuvor war, zeigt sich hier relativ zahm, ziemlich bewegungslos und verdammt routiniert. Mick Mars ist krank und seine Mobilität eingeschränkt, Vince Neil ist korpulent und auch kein Sprinter mehr. Aber wenn selbst Nikki Sixx eher wie ein Elder-Statesman wirkt und der Rock-Faktor allein von „T-Bone“ Tommy Lee hochgehalten wird, weiß man, dass der Abgesang eine gute Entscheidung war. 

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Fotos (2): Dustin Jack

Über das Publikum in der amerikanischen Arena lohnt es sich eh kaum, Worte zu verlieren. Jeder hält ein Handy in die Luft, jeder jubelt nur, wenn die Kamera in der Nähe ist. Das wirkt wirklich wie eine Beerdigung, bei der jeder einfach nur dabei sein wollte. 

Fazit: Songauswahl top, Bühne top, Pyros top, Sound top, Kamera top, und sogar Vince singt – mit Unterstützung zweier spärlich bekleideter Damen im Hintergrund – verdammt annehmbar. Ansonsten aber ist man mit der Live-DVD Carnival Of Sins definitiv besser beraten.

Den Konzertmitschnitt The End erhaltet ihr als DVD, Blu-Ray, DVD & CD, DVD & 2-LP sowie als Deluxe Boxset mit allem und mehr. 

Mötley Crüe – The End
Erschienen am 4. November 2016
Label: Eagle Vision

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