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Avenged Sevenfold: Masters Of The Universe

Ein Interview von Mael Rose.

Mit ihrer sofort in die Nackenwirbel gehenden Mischung aus Heavy Metal, Thrash und Rock haben sich Avenged Sevenfold seit ihrem 2003er Durchbruchs-Zweitling Waking The Fallen in die oberste Liga des modernen Metal gespielt. Mit ihrem im Oktober veröffentlichten Longplayer The Stage legt die Truppe aus dem kalifornischen Surfer- und Skater-Paradies Huntington Beach nun ihr experimentellstes Album vor. Frontmann M. Shadows sprach mit KinKats über die Hintergründe.

KinKats: Auf der neuen Platte finden sich neben sämtlichen Spielarten der harten Musik auch Einflüsse aus Pop, Klassik und sogar Musical-Elemente – eine ziemlich halsbrecherische Mixtur!

M. Shadows: Wir experimentieren gerne und waren schon immer mehr an progressiven Elementen und an unerwarteten Wechseln innerhalb der Songs interessiert, als nur an simplen Rockriffs. Die sich zwar toll anhören, aber komplett vorhersehbar sind. Die Songs auf dem neuen Album sind immer größer geworden, bis sie schließlich sechs bis sieben Minuten lang waren. Wir haben einfach alles verwurstet, was irgendwie cool, lustig oder auch komplett over the top war. 

k_avenged-sevenfold-the-stageKinKats: Wird es nach so vielen erfolgreichen Alben leichter oder schwerer, neue Platten zu machen?

M. Shadows: Schwerer! Je mehr Awards man im Schrank hat, desto größer ist der Druck, etwas Neues, Aufregendes zu kreieren. Fast automatisch vergleicht man alles, was man macht, mit vorherigen Songs. Viele Bands arbeiten immer nach dem gleichen Muster und hören sich auf jeder Platte gleich an. Uns ist das zu langweilig. Wir haben keinen Bock auf die sichere Nummer. Diesmal haben wir viele Monate gebraucht, um aus diesem Schema auszubrechen und den Kopf frei zu bekommen. Ich habe sämtliche goldene und Platin-Schallplatten von den Wänden gerissen, um unbeschwert durchzustarten. Sie stehen momentan alle in einer kleinen Abstellkammer. 

KinKats: Ihr bezeichnet The Stage als Konzeptalbum…

M. Shadows: In gewisser Weise. Es gibt einen roten Faden, der alles zusammenhält. Wir betrachten das ganze Leben als eine Bühne. Doch vielleicht ist das alles gar nicht wirklich real, sondern nur eine Simulation, die uns von außerirdischen Mächten aufgezwängt wird? Vielleicht schauen sie uns dabei zu, wie wir uns gegenseitig umbringen und den Planeten verwüsten. Ich interessiere mich schon eine Ewigkeit für Astrophysik. Vor ungefähr zwei Jahren entwickelten sich in meinem Kopf gewisse Ideen zu diesem Album. 

KinKats: Im Grunde zeichnet ihr ein ziemlich düsteres Bild einer verlorenen Menschheit.

M. Shadows: Man muss sich nur anschauen, was auf der Welt los ist. Populisten und Kriegstreiber versuchen immer stärker, die Menschen zu spalten und gegeneinander aufzuhetzen. Wie viele Bomben müssen wir noch auf uns nieder schmeißen? Irgendwann muss doch einmal Schluss sein und wieder Verständnis füreinander herrschen! Die Höhlenmenschen haben sich damals gegenseitig umgebracht, weil sie Verständigungsschwierigkeiten hatten und sich missverstanden haben. Genau diese Höhlenmenschenmentalität herrscht heute immer noch. Nur, dass wir heute statt über einfache Keulen über hochtechnisierte Massenvernichtungswaffen verfügen. 

k_avengedsevenfold-publicityimage1jpgKinKats: Ihr stellt in den neuen Songs auch eine Menge Fragen.

M. Shadows: Diese Fragen sind wichtig! Vielleicht sind wir alleine in diesem Universum, vielleicht aber auch nicht! Wir haben aus dem Hardrock-Lager schon Feedback bekommen, dass manchen Leuten die Materie ein wenig zu komplex ist…

KinKats: Der Song „Fermi Paradox“ auf dem neuen Avanged Sevenfold Album beschäftigt sich ganz konkret mit der These, dass es weiteres Leben im Universum gibt. Was war die Inspiration zu diesem Track?

M. Shadows: Es geht um die Frage, warum wir bisher noch kein anderes Leben auf anderen Planeten entdeckt haben und auch noch nie von Außerirdischen besucht wurden. Aus meiner Sicht gibt es tausend Antworten. Ich bin sicher, dass es irgendwo da draußen mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit Lebensformen gibt und wir nicht alleine im All sind. Wir haben ganz einfach noch nicht die Intelligenz und die Technik, Kontakt aufzunehmen. Außerdem ist die Menschheit von oben betrachtet auch nicht gerade die freundlichste Lebensart. Wir bekämpfen uns gegenseitig und zerstören zudem noch den Planeten, auf dem wir leben. Außerirdische würden uns wahrscheinlich für komplett verrückt halten, was wir ja auch sind. Kein Wunder, dass bisher noch niemand auf unsere Signale geantwortet hat. 

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