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KISS rocks Vegas: Live-Spektakel vor Musicalpublikum

Review von Micha

Den Grundstein zur Legendenbildung legten KISS bereits 1975 mit dem Album Alive!, bis heute ein Höhepunkt der Musikgeschichte, nicht zuletzt dank der unglaublichen Liveaufnahmen. Seit damals ist eine ganze Weile vergangen, und so feierten Paul Stanley und Gene Simmons, die Einzigen, die von der KISS Ursprungsbesetzung noch mit an Bord sind, im letzten Jahr 40 Jahre Bandgeschichte. Gefeiert wurde das nicht mit einer Party im kleinen Kreis, sondern mit neun aufeinanderfolgenden Shows im Hard Rock Hotel in Las Vegas, genauer gesagt in der The Joint Showhall, die sich im Hard Rock Hotel befindet. Das war aber noch lange nicht alles, denn die Band ließ ihre „KISS rocks Vegas“ Show filmen und für ihre Fans auf DVD und Blu-ray pressen. Das Ergebnis: Das Live-Spektakel „KISS rocks Vegas“, 16 Songs stark, 114 Minuten lang.kiss-coverDoch verlief nicht alles reibungslos: Der relativ kleine Saal der The Joint Showhall bot mit seinen 4000 Plätzen  einfach nicht den Platz für die gewohnte KISS Stadionshow. Dadurch aber ist es KISS möglich, sich ganz auf die Musik zu konzentrieren, was sie zu Höchstleistungen auflaufen lässt. Technisch perfekt umgesetzt in Bild und Ton, spielen sich Gene Simmons und Paul Stanley mit den beiden aktuellen Nebenleuten Eric Singer und der Ace-Frehley-Kopie Tommy Thayer durch 40 Jahre Bandgeschichte. Dass alles tatsächlich live ist, merkt man am ein oder anderen Patzer, der auch diesen Profis noch passiert. Ob zufällig oder gewollt sei mal dahin gestellt, sympathisch ist es definitiv.

Negatives gibt es aber leider auch zu berichten: KISS hätten auch im Altersheim auftreten können. Für echte KISS Fans waren entweder die Karten zu teuer oder gar nicht erst zu bekommen. Jedenfalls wirkt das Publikum zwar begeistert, aber sehr zurückhaltend. Schade, denn genau diese Zurückhaltung nimmt einiges von der sonst guten Atmosphäre. KISS sind eben keine Band für ein Musicalpublikum.kiss_1Mein zweiter Kritikpunkt betrifft die Show. Sie beinhaltet zwar alle Elemente, die KISS ausmachen, aber leider nur sehr verhalten. Kann man bei den zum Teil sehr zurückhaltenden Gitarrensoli noch sagen, es ist eben nicht Ace Frehley, so fehlen doch etliche Spielereien, wie man sie aus den Stadien kennt. Gene spuckt zwar ein wenig Kunstblut und etwas Feuer, aber das war es im Grunde auch. Die Raketenduelle der Gitarristen, die Feuersäulen vor der Bühne, das in Flammen stehende, sich gen Decke erhebende Drumpodest – all das fehlt. Aber wie gesagt, platzmäßig war nichts zu machen, und hätte man das gewohnte KISS Bühnenprogramm durchgezogen, wäre die Halle in Flammen aufgegangen. Um das Fehlen der KISS-typischen Special Effects auszugleichen, wurden viele der sonstigen visuellen Highlights auf riesigen LED-Leinwänden präsentiert, was wiederum eine ganz eigene Atmosphäre schafft.

Aber genug der Kritik – „KISS rocks Vegas“ ist beste Live-Unterhaltung. Kauft euch die Blu-ray oder DVD, dreht die Boxen auf und fallt mitten rein in die großartige KISS Show. Macht in eurem Wohnzimmer das wett, was die 4000 Leute im The Joint nicht geschafft haben, und ihr habt ein geiles KISS Konzert direkt in den eigenen vier Wänden. Denn die Band zeigt auf „KISS rocks Vegas“, dass KISS eben KISS sind und ihnen in Sachen Show selbst in etwas zu klein geratenen Hallen keiner etwas vormacht.

KISS: „KISS rocks Vegas“
DVD und Blu-ray
Release: 26. August 2016
Format: PAL
Sprache: Englisch (DD 5.1 Surround), Englisch (DD Stereo), Englisch (DTS Surround)
FSK: Freigegeben ohne Altersbeschränkung 
Studio: Universal/Music/DVD

Fotos: Universal Music

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