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Schandmaul: Leuchtfeuer – Große Hymnen auf das Leben

Review von Michael Stollmann

In nicht einmal eineinhalb Jahren haben Schandmaul mit Leuchtfeuer den Nachfolger des Gold-Albums Unendlich nachgereicht. Da bei Schandmaul die Messlatte recht hoch liegt, wird sich der ein oder andere Fan unweigerlich fragen: Können die Rock-Mannen in der Konzert- und Festivalzeit rund um „Unendlich“ überhaupt ein würdiges Album erstellen, das es sich zu kaufen lohnt?

Eröffnet wird „Leuchtfeuer“ mit einer Geschichtsstunde. Die Geschichte von Johanna von Orléans wird im Opener „Orléans“ in typischer Schandmaul-Manier vorgetragen. Trotz des bösen Endes schaffen es Schandmaul, dem Lied einen positiven Grundtenor zu verpassen, die Refrains haben fast schon Hymnencharakter.

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Nach dieser textlich schweren Kost nehmen uns die Spielleute mit auf eine Feiertour mit whiskybeseelten Folkweisen („Heute bin ich König“ und „Jack O’Lantern“). Damit haben Schandmaul den Rahmen des Albums abgesteckt. Und mit dem Titelsong „Leuchtfeuer“ lassen sie den nächsten Hochkaräter auf die Ohren los.

Mit „An deiner Seite“ wird eine Liebeserklärung an den Partner in bester Liedermacher-Art in die Welt entlassen, die bei Schandmaul-Fans noch für so manch sentimentalen Moment sorgen wird.

Wie schön es sich beizeiten jammern lässt, lässt sich eindrucksvoll auf dem, wie ich finde, besten Lied auf „Leuchtfeuer“ bewundern – „Ich werd’ alt“. So heißt es dort: „Wir werden alt, jetzt ist Zeit, das Glas zu heben, solange die Kraft nocht reicht. Wir trinken auf das Leben!“

Für das vorletzte Lied haben sich die Schandmäuler noch Hilfe geholt. Ex-Nightwish Sängerin Tarja Turunen singt im Duett „Zu zweit alleine“ so begeistert und begeisternd mit, dass man den Eindruck hat, sie wäre schon seit Jahren ein Schandmaul.

Mit „Leuchtfeuer“ liefern Schandmaul einen weiteren Beweis dafür ab, dass man die Messlatte ruhig sehr hoch hängen darf. Sie überspringen sie ganz einfach.

Schandmaul: Leuchtfeuer
WE LOVE MUSIC (Universal Music)
September 2016
13 Tracks
Schandmaul bei Facebook

Foto ganz oben: Robert Eikelpoth

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