Arsch 2

Aus Liebe zum Booty: Dicke Backen sind die neuen Brüste

Als ich noch eine kleine Mimi war, waren sie überall: Brüste. Melonen, Hupen, Titten, dicke Dinger. In den Sat1-Softpornos, über die wir Kinder der 80er und Teenager der 90er uns so sehr freuten, bei Tutti Frutti, Klimbim und Benny Hill. Frivoles TV-Amüsement mit Schwerpunkt auf der Zurschaustellung des weiblichen Mopses. Umso mehr verwunderte es mich, als vor einiger Zeit ein Wandel einsetzte und sich ein anderes Rund in den Vordergrund drängte – der Booty. Arsch, Popo, Butt. 

Dabei ging es nicht um den Arsch, der mir jahrzehntelang als Ideal von Medien und anderen Meinungsmachern unter die Nase gehalten worden war. Kein kleiner Knackpo, winzig, rund und fest, war das neue In-Thema. Nee. Allerorts wackelten mir auf einmal dicke Kisten entgegen, Ärsche, auf denen du nicht nur ein Glas, sondern deine komplette Minibar abstellen kannst und deine 23 Partygäste noch dazu. Pralle Backen, von normalen Jeans und Röcken kaum zu bändigen.

Apropos kaum zu bändigen: Während ich noch kopfschüttelnd da saß und mich fragte, was aus den guten, alten Brüsten geworden ist, ließen es die neuen Ärsche krachen und zeigten, was sie draufhaben. Twerking nannte sich der Bootydance, perfektioniert von Künstlerinnen wie Nicky Minaj und Rihanna, der Menschen auf der ganzen Welt beschwingt, glücklich und geil macht.

Und ja, allmählich packte auch mich die Liebe zu den runden Dingern. Dennoch gebe ich zu, dass der Anblick weicher Brüste mein Liebstes ist und mindestens zwei Meter vor meiner Arschliebe rangiert. Vielleicht sozialistionsbedingt, vielleicht kickt mich die Tropfenform mehr, vielleicht auch das brusteigene Krönchen aka Nippel. Ich liebe Nippel, sie sind meine Freunde. 

Da ich also nicht zu hundert Prozent mitreden kann, frage ich mich: Jungs, was hat es mit dem Worshippen des Bootys? Denn war ich bislang stets irre stolz auf meine wirklich reizenden Brüste, höre ich in letzter Zeit von Freunden immer häufiger die Aussage, Titten seien komplett überbewertet. Ein klasse Accessoire zum Spielen, allerdings nicht der ausschlaggebende Schlüsselreiz, der Begehren und Geilheit auslöse.

Das sei der Arsch.

Sexy Arsch1

Die evolutionstheoretische Erklärung: Der Anblick des Derrières löst bei Säugetieren einen Paarungsimpuls aus. Je dicker und runder die Backen, desto wohlgenährter und damit fruchtbarer ihre Trägerin. Und da im Leben alles auf Reproduktion hinausläuft, flüstert euer Männergehirn eurem Unterbewusstsein auch heute noch beim Anblick eines sexy Popos zu: „Arsch! Geil! Sex! Babys machen!“ Wobei der letzte Teil im modernen Gehirn gerne rausgefiltert wird, bevor er das Bewusstsein erreicht. Übrig bleibt also: „Arsch! Geil! Sex!“

Solange ihr, Männer, nicht vergesst, dass so ein Frauenkörper noch einiges mehr zu bieten hat als den Booty, solange ihr euch ebenfalls um unsere Brüste, Schenkel, Brüste, die Schnecke, den Nacken und den erogenen Rest kümmert, sei sie euch gegönnt. Die Liebe zum Arsch.

Fotos: Sarahlikesprettygirls // Sarahlikesprettygirls bei Facebook

3 Responses
  1. Ich fand die Softpornos auf Kabel1 immer besser…

  2. Ich finde beides gut und kenne auch viele Maenner, die beides moegen. Witzigerweise steht der Mann von nebenan immer noch mehr auf kleine, feste Knackpos 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *