Amphi 2016

Love, Peace and Goth’n’Roll – KinKats beim Amphi 2016

In den letzten elf Jahren hat sich das Amphi Festival zur festen Größe in der Gothic­welt und alternativen Szene entwickelt. Neben dem M’era Luna und dem Wave ­Gotik ­Treffen, kurz WGT, gilt das Amphi schon lange als Must Go für Anhänger des düsteren Lifestyles. Musikalisch wird seither eine „bunte” Tüte vorwiegend aus dem Hause Protain, einem Publisher für Elektro der harten Gangart, Future­-Pop, Goth­, Mittelalterrock und neuer deutscher Härte, geboten. Für KinKats hat sich Julia ins mysteriöse Treiben gewagt.

Von Julia

Cocktails im Beach Club, Sonnenbaden an Deck eines Schiffs und Flanieren über die Festivalmeile im feinsten Fetisch­-Zwirn: Das Amphi Festival, das am 23. und 24. Juli am Tanzbrunnen in Köln stattfand, bietet der schwarzen Seele mehr als nur Live-­Musik und ein wenig Abhängen mit Szenebekanntschaften. 

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Heiß, heißer, Goth Girls!

Ganz besonders wichtig ist dabei das Outfit, das zum Teil lange im Voraus geplant und oft in detailverliebter Handarbeit individualisiert wird. Es heißt klar: Sehen und gesehen werden! Bei über 30 Grad, wenigen Regenschauern und ausgelassener Stimmung fielen darum auch in diesem Jahr die Kleidungsstücke wieder mal etwas spärlicher aus. Was auf so mancher Veranstaltung befremdlich wirken mag, ist auf dem Amphi absolut kein Problem: Ob Ganzkörper­-Lack-­Outfit, enge Korsetts zum Micro­rock, Herren in High Heels oder auch ganz entspannt­-provokant oben­ ohne, für Mann und Frau –­ erlaubt ist, was das Auge, die eigene Phantasie und die Fotografen erfreut!

Tatsächlich zählt das Amphi jedoch eher zu den relaxten Festivals der Szene, denn auch Doc Martens und Bandshirts passen genau so perfekt in den ungeschriebenen Dresscode wie zum Beispiel das aufwendige Kostüm der Gothic Lolita oder strenge Military­-Outfits. Das WGT in Leipzig kitzelt aus den zeigefreudigen Besuchern da durchaus noch mehr Extravaganz heraus.

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Wir sind verliebt!

Wahrscheinlich ist es aber genau diese Mischung aus legerem Düster­look und selbstverständlich inszenierter Erotik, die auch bei Außenstehenden für größtenteils positives Feedback sorgt. Sicherlich irritieren die „schwarzen Gestalten” den ein oder anderen noch, aber in erster Linie sind auch Nicht-Darkies jedes Jahr aufs Neue fasziniert vom exotischen Hauch am Tanzbrunnen. Und die Kölner wissen das friedlich feiernde Volk durchaus zu schätzen, das auch in diesem Jahr wieder in Scharen herbei geströmt war, um zu den Klängen seiner musikalischen Helden zu feiern.

Dabei waren in diesem Jahr Bands und Künstler wie Blutengel, Peter Heppner, Neuroticfish, Stahlzeit, Solar Fake, Covenant, Project Pitchfork, Editors, L’Âme Immortelle, Moonspell und Joachim Witt, um nur einige zu nennen!

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Tarja sorgten für Gänsehaut.

Was mir besonders gefallen hat: Wirklich jeder ist willkommen! Einige der Besucher aus dem Ausland betonten, dass das Amphi eines der offensten deutschen Festivals ist, auf dem sie ihre Fetische, insbesondere ihre BDSM-Vorlieben, entspannt außerhalb der eigenen vier Wände ausleben können. Auch musikalisch akzeptieren sich die Besucherfronten, Harmonie an allen Ecken und Enden also.

Und so war das inoffizielle Motto des Amphi Festivals auch in diesem Jahr wieder gefühlt hippieesk, frei nach der Devise: Love, Peace und Goth’n’Roll!

Fotos: Yves Christelsohn // Lichtbildfactory

One Response
  1. Ach geiler Bericht! Und arrrrrr, dass ich nicht da war :'(

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